Frankreich wird 2014/15 weniger Weizen als im Vorjahr exportieren. Vor allem für die nordafrikanischen Absatzmärkte fehlen die erforderlichen Qualitäten. Stattdessen meldet das Agraramt France AgriMer hohe Ausfuhren von Futterweizen in asiatische Länder, und dort vor allem nach Thailand, Bangladesch und Südkorea. Für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 rechnen die Franzosen jetzt damit, dass die Drittlandsexporte 10,6 Mio. t Weizen erreichen. Das sind zwar 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Aber nach Ansicht einiger Marktteilnehmer hat diese Zahl noch Aufwärtspotenzial.

Vorräte wachsen

Außerdem laufen die Verkäufe von Weizen in andere EU-Mitgliedsländer lebhafter als vor einem Jahr. Hier rechnet France AgriMer 2014/15 mit einem Anstieg um etwa 10 Prozent auf 7,5 Mio. t. Zusammen mit kleineren Mengen Nahrungsmittelhilfe könnten 18,9 Mio. t Weizen das Land verlassen. Unter dem Strich bleibt ein Minus zum Vorjahr von 5 Prozent. Bei weitgehend stabilem Inlandsbedarf werden deswegen nach der Rekordernte 2014 die Endbestände an Weizen in Frankreich anwachsen. Das Agraramt schätzt jetzt Vorräte zum 30. Juni von 3,6 Mio. t. Das wären 53 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Gerste punktet in Asien

Auch französische Gerste punktet in Asien. Hier berichtet France AgriMer vor allem von reger chinesischer Nachfrage. In der gesamten Saison 2014/15 könnten die Drittlandsexporte 3,1 Mio. t erreichen. Sie wären damit fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Dennoch wachsen voraussichtlich die Endbestände an Gerste leicht an, denn auch bei dieser Getreideart ist 2014 in Frankreich eine hohe Ernte eingefahren worden.

Proteingehalt spielt größere Rolle

France AgriMer berichtet außerdem von einer Umfrage, dass die Landwirte zur Ernte 2015 Weizensorten mit höheren Proteingehalten gewählt haben. Brotweizensorten wachsen auf 94 Prozent der Fläche im Vergleich zu 91 Prozent im Vorjahr. (db)
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