Qualitätsfrage

Frankreich kauft in Deutschland ein

Ein verregneter Sommer hat französischem Mahlweizen vor der Ernte kräftig zugesetzt. Fast die Hälfte der Ernte erfüllt nicht nicht die notwendigen Standard. Nach Auskunft von Klaus Lutz, Vorstandsvorsitzender der Baywa AG, München, hat sein Unternehmen rund 100.000 t Mahlweizen an franzöische Mühlen in den vergangenen acht Wochen geliefert. Das ist eine sehr seltene Begebenheit, wird Lutz im Wall Street Journal zitiert. Er könne sich nicht errinnern, in letzter Zeit Brotweizen nach Frankreich geliefert zu haben.

Durch den Regen sind die Weizenqualitäten in Frankreich sehr schlecht ausgefallen. Schwache Gehalte von Protein, Fallzahlen und auch Stärke überwiegen. Es fehlt an guten Partien für den Export. Das französische Getreideamt Agrimer schätzt für dieses Jahr einen Einbruch der Weizenexporte auf 8 Mio. t, nach 12,2 Mio. t im Vorjahr 2013/14.

Mit dem deutschen Weizen könnten die schwachen Partien aufgemischt werden, um die Exportaufträge zu erfüllen, heißt es im Wall Street Journal weiter. Frankreich ist ein wichtiger Lieferant von Weizen in nordafrikanische Länder wie Algerien und Ägypten. Vor allem in Algerien dürfte in diesem Jahr der Bedarf hoch ausfallen, da rund 38 Prozent der Ernte durch Trockenheit vernichtet wurde, so das US-Landwirtschaftsministerium. Ägpyten ist der Top-Exporteur. Für 2014/15 dürften Importe von rund 18 Mio. t benötigt werden, ein Anstieg von 5 Prozent gegenüber Vorjahr, schätzt die UN.

Algerien öffnet Tender

In der Vorwoche kaufte Algerien rund 400.000 t Mahlweizen in Nordeuropa. Frankreich hatte hier das Nachsehen, da das afrikanische Land keinen Aufmischweizen verwenden möchte, sondern nur einwandfreie Partien. Nun kommen Schweden, Finnland, Deutschland und Polen zum Zug. Die staatliche Aufkaufstelle OAIC nennt einen Preis von 254,50 US-$/t cif zur Lieferung Dezember/Januar. (da)
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