Märkte am Morgen: Getreide

Frankreich lässt Federn

Weizen: Das Pariser Getreideamt France Agrimer meldet einen Rückgang der franzöischen Weizenexporte von Juli bis August 2016 um 20 Prozent auf 2 Mio. t. Hintergrund für das schwache Abschneiden ist die schlechte Weizenernte 2016 nicht nur in der Menge, sondern auch qualitativ. Nach Angaben von France Agrimer erreichen nur 25 Prozent der französischen Weizenproduktion das erforderliche Hektolitergewicht von 76 kg. Im Vorjahr 2015 waren es immerhin 80 Prozent. Insgesamt wird für das Vermarktungsjahr 2016/17 ein Rückgang der gesamten französischen Weizenlieferungen innerhalb und außerhalb der EU von 43 Prozent auf 11,9 Mio. t erwartet.


Die Unsicherheit über die Folgen des Brexit sowie die Krise der Deutschen Bank verunsichern zudem Anleger an den Börsen. Den schwachen Trend bekommen die Notierungen an der Pariser Warenterminbörse Matif ebenfalls zu spüren. Dezember-Weizen verabschiedet sich an der Matif am Freitag ins Wochenende bei 157,50 €/t (minus 1,00 €/t).

Weitaus mehr Sorgen bereitet derzeit die Maisernte in der EU. Vor allem in Rumänien und erneut in Frankreich werden schwache Ergebnissen erwartet. Vor einer Woche korrigierte die EU-Kommission die europäsiche Maisernte auf 59,7 Mio. t um 2,8 Mio. t nach unten. Am vergangenen Freitag endete der November-Kontrakt an der Matif für Mais bei 158,25 €/t, ein Rückgang um 1,25 €/t.
 
Auch in London musste Weizen Abstriche machen. Hier dürfte auch die Schwäche des Pfunds mitgespielt haben. Zum Wochenschluss veröffentlichte das britische Agrarministerium Defra neue Zahlen zur Ernte 2016. Demnach hat Großbritannien eine Weizenernte von 14,5 Mio. t eingefahren. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr zwar ein Rückgang von 12 Prozent, aber die Zahl entspricht fast dem fünfjährigen Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015 in Höhe von 14,7 Mio. t.

EU-Weizen an der CME kann bis zum Ende der Vorwoche seine Stellung nicht halten und schließt am Freitag um 0,50 auf 163,00 €/t schwächer.

In Chicago gehen Weizen und Mais mit negativen Vorzeichen ins Wochenende. Der Dezember-Weizen an der CBoT schließt bei 3,94 US-$/bushel und Mais bei 3,39 US-$/bushel. Für den Wochenanfang werden keine nennenswerten Bewegungen erwartet. Die Börsen warten auf den USDA-Bericht über das weltweite Angebot von landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Vor allem aber erhoffen sich US-Exporteure ein besseres Exportgeschäft von Weizen als in der Vorwoche. (da)
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