Schlachtschweine

Frankreich ohne Leitnotierung

In Frankreich spitzt sich der Konflikt um den Preis für Schlachtschweine weiter zu. Nun sind zwei weitere Abnehmer der Versteigerung von Schlachtschweinen im bretonischen Plérin fern geblieben, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) unter Berufung auf französische Medienberichte.

Kein französischer Referenzpreis

Die Börse sei daher vorläufig geschlossen und ein französischer Referenzpreis nicht verfügbar. Seit dem 8. Oktober fehlen bei der Auktion auch die Schlachtunternehmen SA Bernard und SA Charles. Die Unternehmen gehören zur Gruppe Jean Floc’h. Nachdem bereits Bigard und Cooperl seit Wochen als Käufer in der Auktion fehlten, verbleiben jetzt nur noch folgende drei Käufer: die Schlachtunternehmen Abera, das zur Avril Gruppe gehört, und Josselin Porc, das zur Supermarktkette Intermarché gehört sowie Kermené, das zur Supermarktkette Leclerc gehört.

Frankreich verliert Wettbewerbsfähigkeit

Hintergrund für die schwindende Käuferpräsenz ist die Kritik an der französischen Preisfindung. Immer mehr Abnehmer steigen aus Unmut über das ihrer Meinung nach zu hohe Preisniveau aus. Der am Marché du Porc Breton festgestellte Preis sei ein politischer Preis und habe keinen Bezug zur Marktrealität, kritisiert die Schlachtbranche, die fürchtet ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten zu verlieren. Aus diesem Grund wurden im September von einigen Unternehmen erstmalig in der Geschichte Frankreichs Hauspreise gezahlt.

Politischer Richtpreis fehlgeschlagen

Die ISN kommentiert die Entwicklung gewohnt bissig: „Der unter Einfluss der Politik vereinbarte Richtpreis ist zur Sicherung der Erzeugererlöse fehlgeschlagen.“ Es sei wenig zielführend, einen Preis festzulegen, der am Markt nicht umzusetzen ist und am Ende ohne jede Preisorientierung dazustehen. „Gut gemeint ist nicht gut gemacht“, so die ISN. (SB)
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