Märkte am Mittag

Frankreich trotzt schwachem Exporttrend

Märkte am Mittag
Bei Qualitätsweizen sehen Händler zum Jahresende 2017 Chancen auf steigende Kurse. Unterdessen ändern kleinere Ausschläge in beide Richtungen nichts an der Bewegungsarmut der Preise am Rapsmarkt. Daher raten Beobachter dazu, die weitere Vermarktung zurückzustellen.
Am heutigen Freitag zeigen sich die Kurse für Weizen und Rapssaat an den Terminmärkten von ihrer schwächeren Seite. An der Matif notiert Weizen für den Dezember-Termin bei 162,25 €/t um 0,75 €/t unter dem Vortagesniveau. Bei Rapssaat notiert der Monat November 2017 bei 367,75 €/t gegenüber Donnerstag  mit einem Minus von 0,50 €/t.

Die großen Weizenmengen aus der Schwarzmeerregion üben unverändert Druck auf die hiesigen Preise aus. Am Kassamarkt für Brotgetreide herrscht Stillstand. Brief- und Geldkurse liegen weit auseinander. Für den Export bleibt der deutsche Weizen zu teuer. Lediglich Futterweizen findet Abnehmer. Der feste Euro sorgt an den Getreide­märkten für eine geringe Exportnachfrage in den Häfen Hamburg und Rostock.

Der Euro kostet um 1,19 US-Dollar und liegt damit so hoch wie seit Anfang 2015 nicht mehr. Entsprechend schleppend laufen die Getreide­exporte aus der EU. Einzeln betrachtet laufen die Ausfuhren für Frankreich allerdings gut. Frankreich wird sich wohl einige Marktanteile von Ländern mit schlechteren Ernten sichern können.

Optimale Aussaatbedingungen in Brasilien

Die Märkte für Rapssaat versuchen unterdessen, die Absenkung des Zolls auf argentinischen Biodiesel zu verkraften. An der Matif in Paris schwächeln die Notierungen. In Chicago hingegen stabilisieren sich die Kurse des gesamten Sojakomplexes. In Brasilien hat die Aussaat der Sojabohnen begonnen. Die Bedingungen sind optimal. Es wird erneut mit einer Ausdehnung der Fläche gerechnet.

In Kanada wird 2017/18 voraussichtlich erstmals mehr Raps als Weizen angebaut. Der physische Markt hat sich noch nicht wieder belebt. Dabei sorgt die mangelnde Abgabebereitschaft für eine gewisse Stabilisierung der Preise.

Der Druck der weltweiten Sojabohnenproduktion ist offenbar größer als Marktteilnehmer insgesamt angenommen hatten. Trotz der kleinen europäischen Rapsernte von 21,9 Mio.t steigen die Rapspreise nicht. Überdies ist der Kurs mit 1,19 Euro zum US-Dollar immer noch sehr hoch, was zusätzlich auf den Notierungen lastet. (Ps)
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