Märkte am Morgen: Getreide

Frankreichs Ernte eingepreist

Weizen: An der Matif setzt sich die leichte Korrektur des Vortags mit Kursverlusten von bis zu 1,25 €/t beim Weizen fort. Der Dezember notierte knapp unter 168 €/t. Die Probleme der französischen Weizenernte scheinen die Terminmärkte kaum noch zu  tangieren. Es sieht so aus, als sei das Desaster in Frankreich eingepreist.
 
Agritel geht für Frankreich nur noch von einer Weizenernte von 28,7 Mio. t aus und erwartet für das laufende Wirtschaftsjahr nur noch französische Weizenexporte in Drittländer von 5,1 Mio. t (VJ. 12,8 Mio. t). Nach der Einschätzung von Agritel könnte Deutschland trotz der regionalen Ernteprobleme 6,7 Mio. t Weizen exportieren und würde damit Frankreich als wichtigsten europäischen Weizenexporteur erstmals überholen. Die deutsche Weizenernte taxiert Agritel auf 25,5 Mio. t und legt sich damit 500.000 t über die Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes.
 
In Chicago schlossen die Weizen-Futures neutral. Kleinere Kursverluste im vorderen Bereich standen minimalen Kursgewinne auf den späten Terminen gegenüber. Der September notierte unverändert wie am Vortag mit 4,17 US-$/buschel.
 
Die Aussichten auf eine russische Rekord-Weizenernte verdichten sich. Die Beratungsorganisationen Ikar rechnet mit 70 Mio. t und hat seine vorangegangene Schätzung um 1 Mio. t nach oben korrigiert. Die Weizenernte Russlands war am Wochenanfang zu 42 Prozent abgeschlossen. Der neueste Weizentender Syriens von  150.000 t ging am Russland.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen ruderten etwas zurück und verloren bis zu 3  Cent/bushel. Der September notierte mit 3,22 US-$/bushel. Die Aussicht auf eine große US-Maisernte und der gute Zustand der US-Maisbestände drückten. Der Markt geht davon aus, dass das USDA am Freitag seine Schätzung für die Ernte und Bestände in den USA anheben wird.
 
In Brasilien hat die Agrarbehörde Conab die diesjährige Maisernte um 600.000 t auf nur  noch 68,5 Mio. t nach unten korrigiert. Aufgrund der erheblichen Probleme mit der zweiten Maisernte fällt die diesjährige Maisernte in Brasilien 16,2 Mio. t kleiner als im Vorjahr aus. Allein um die Exportverpflichtungen aus der Ernte heraus zu erfüllen, benötigt Brasilien Maisimporte von 1,5 Mio. t. Bis Ende August sollen davon bereits 800.000 t abgewickelt sein. Für die kommende Maisernte erwartet Agroconsult eine 6 Prozent größere Anbaufläche für die erste Aussaat.
 
In Paris gaben die Maisnotierungen mit schwächerem Weizen etwas nach. Der November schloss mit 165 €/t bei erneut sehr ruhigem Handel. (St)
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