Ernteschätzung

Frankreichs Körnermais vertrocknet

Zum Wochenanfang zerschlägt die Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) auch noch die Hoffnungen, dass wenigstens Mais einen Ausgleich für die miserable Getreideernte bietet. Stattdessen lautet die neue Schätzung, dass in diesem Jahr weniger als 12,8 Mio. t Körnermais hereinkommen. Anfang August hatte Agreste noch Hoffnungen gemacht, dass Landwirte die 13,7 Mio. t aus dem Vorjahr erreichen könnten. Das Ziel war nicht besonders ehrgeizig, denn die Ernte 2015 war bereits gering. In diesem Sommer kostet die anhaltende Trockenheit weiteren Ertrag. Die Körnermaisernte könnte um 19 Prozent kleiner als im Fünfjahresdurchschnitt ausfallen.

Besonders wenig Weichweizen und Sommergerste

Weiter nach unten hat Agreste außerdem die Erntezahl für Weichweizen gesetzt. Sie liegt mit 28,2 Mio. t jetzt 31 Prozent unter der Rekordernte 2015. Im Vergleich zum Fünfjahresmittel fehlen 24 Prozent. Dafür ist die Schätzung für Wintergerste etwas günstiger als vor einem Monat. Die Erzeugung 2016 könnte mit knapp 7,9 Mio. t um 1 Prozent größer sein als im Fünfjahresdurchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr fällt sie jedoch um 21 Prozent zurück. Eine herbe Enttäuschung ist jedoch Sommergerste. Sie bringt 2016 eine Ernte von weniger als 2,3 Mio. t. Hier beträgt der Rückgang zum Vorjahr 25 Prozent und zum Fünfjahresdurchschnitt 30 Prozent.

Schwache Rapsernte, Soja kein Ausgleich

Die Rapsernte brachte ebenfalls schwache Ergebnisse. Agreste schätzt eine Ernte 2016 von insgesamt knapp 4,7 Mio. t (Vorjahr minus 12 Prozent, Fünfjahresdurchschnitt minus 11 Prozent). Sehr frustrierend ist das Ergebnis der französischen Erbsenernte, die dieses Jahr auf größerer Fläche gewachsen ist. Die Gesamtproduktion 2016 wird auf rund 460.000 t geschätzt, was 31 Prozent weniger als im Vorjahr und 21 Prozent weniger als im Fünfjahresdurchschnitt ist. Ein kleiner Trost ist Soja. Die Bohnen sind mit dem Wetter gut zurechtgekommen. Im Vergleich zur Rapsernte fallen die 380.000 t Sojabohnen allerdings wenig ins Gewicht.

Die gesamte französische Getreideernte 2016 könnte auf nur 55,4 Mio. t zurückfallen. Im Vergleich zum Vorjahr wären es 24 Prozent weniger, zum Fünfjahresdurchschnitt fehlen 20 Prozent. Die Perspektiven für die Getreidevermarktung 2016/17 wird in dieser Woche France AgriMer noch näher beleuchten. Immerhin sind die Weizenqualitäten recht gut ausgefallen, von den schwachen Hektolitergewichten abgesehen. (db)
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