Frühjahrsbestellung

Frankreichs Maisfläche schrumpft

Um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und sogar um 9,7 Prozent gemessen am Fünfjahresdurchschnitt sinkt der Körnermaisanbau in Frankreich, erwartet das Statistikamt Agreste in Paris. Die Fläche könnte auf rund 1,55 Mio. ha zurückgehen, lautet die Einschätzung. Allerdings waren zum Erhebungstermin Termin 1. Mai 2016 erst 40 Prozent gesät, sodass sich die Zahl noch verändern kann. Agreste berichtet, dass wegen der kühlen Temperaturen im März und April sich die Aussaat verzögert hat. Für Silomais nennt das Statistikamt eine Fläche zur Ernte 2016 von rund 1,47 Mio. ha. Sie wäre etwa 2,4 Prozent kleiner als im Vorjahr, aber 1,4 Prozent umfangreicher als im Fünfjahresdurchschnitt.

Ende der Zuckermarktordnung im Blick

Wie Agreste bereits im April berichtet hat, waren die Bedingungen für die Aussaat von Sommergetreide, Zuckerrüben und Körnerleguminosen in Frankreich günstiger. Größere Flächen gewinnen vor allem Zuckerrüben und Körnererbsen. Den Zuwachs bei Rüben begründet Agreste mit dem bevorstehenden Ende der Zuckermarktordnung. Französische Landwirte wollen offenbar zur Ernte 2017 in Europa ganz vorne sein und haben Rüben auf rund 397.000 ha angebaut. Das wären 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr und 1,4 Prozent mehr als im fünfjährigen Vergleich. Weiter im Aufwind befinden sich die Eiweißpflanzen, die von den Greening-Auflagen profitieren. Die Erbsenfläche 2016 beziffert Agreste auf 165.000 ha. Sie wäre um 4,0 Prozent größer als im Vorjahr und würde auch den Fünfjahresdurchschnitt um 12 Prozent übertreffen.

Sojabohnen verdrängen Sonnenblumen

Auch der Rapsanbau in Frankreich hat profitiert. Er ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf ziemlich genau 1,5 Mio. ha angewachsen. Die mehrjährige Durchschnittsfläche verfehlt der Anbau 2016 jedoch um 0,8 Prozent. Weiter rückläufig ist der Anbau von Sonnenblumen mit 586.000 ha zur Ernte 2016 (minus 5,3 Prozent zu Vorjahr, minus 16 Prozent zu Fünfjahresdurchschnitt). Deutlich zugelegt hat dagegen die Sojafläche auf 113.000 ha zur Ernte 2016 (plus 12 Prozent zu Vorjahr, plus 89 Prozent zu Fünfjahresdurchschnitt).

Um die Frühjahrsbestellung mussten in Frankreich die Kulturen heftig konkurrieren, weil die Wintergetreidearten deutlich zugelegt haben – allen voran der Winterweichweizen. Aber auch Winterdurum und Wintergerste sind verstärkt ausgesät worden. Als Grund nennen die Agrarexperten von Agreste, dass im Herbst fast überall ideale Aussaatbedingungen herrschten, sodass die Landwirte bei Wintergetreide alle Möglichkeiten genutzt haben. (db)
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