Ausgewachsen

Frankreichs Qualitäten streuen

Die Weizenernte in Frankreich ist fast abgeschlossen. Die Erträge sind hoch, stellt das Agraramt France AgriMer fest. Das Statistikamt Agreste in Paris geht in seiner Augustschätzung davon aus, dass die Ernte 2014 höher als im Vorjahr und fast 5 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt liegt.

Juli-Regen hat Qualitäten vernichtet

Die Weizenqualität bezeichnet France AgriMer als „sehr außergewöhnlich". Hitze zur Kornfüllung Ende Mai, eine Kälteperiode im Juni und anhaltende Niederschläge zur Abreife und Ernte haben zum Teil den Qualitäten geschadet. „Der Juni hat den Ertrag gebracht, der Juli die Qualität vernichtet", kommentierte kürzlich ein französischer Agrarberater das Ergebnis der Weizenernte.

Zahlreiche Regionen verschont

France AgriMer weist jedoch darauf hin, dass die Eigenschaften regional sehr stark streuen. Fast oder vollständig verschont von Auswuchs und schwachen Fallzahlen sind demnach der Nordosten Frankreichs, ein großes Gebiet von Süd-Ost nach Süd-West sowie die Regionen entlang des Atlantiks und des Ärmelkanals. Beachtliche Auswuchsschäden - allerdings mit sehr variablen Anteilen - meldet das Agraramt aus den anderen Regionen. Besonders betroffen sind große Weizenanbaugebiete im Süden des Pariser Beckens sowie in der Bourgogne.

USDA senkt Exporterwartung

Genaue Analysenergebnisse zur Weizenqualität fehlen jedoch noch. Bei der nationalen Mühlenvereinigung heißt es, dass die Hälfte des französischen Weizens Fallzahlen von weniger als 150 Sek. aufweisen könnte. Weizen mit mindestens 220 Sek. ist dagegen Mangelware. Dieser Fallzahlwert ist in vielen Exportkontrakten Standard. Wegen der Qualitätsprobleme in Frankreich und anderen EU-Ländern hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA in seiner neuen Schätzung am Dienstag die Exporterwartungen für die EU kräftig nach unten gesetzt. Die Amerikaner gehen jetzt von EU-Weizenexporten 2014/15 von 25 Mio. t aus. Vor einem Monat hatte das USDA noch Exporte von 28 Mio. t geschätzt. Diese Menge hätte die EU an die Spitze der Weltmarktanbieter für Weizen katapultiert.

Sommergerste zum Teil proteinreich

Ebenfalls durch Regen beeinträchtigt worden ist der Drusch von Sommergerste. Entsprechend heterogen sind die französischen Qualitäten. Zum Teil sind die Proteinwerte mit 11 bis 11,5 Prozent recht hoch. Hinzu kommen hitzegeschädigte Partien mit schwachen Kalibrierungen. Regional berichtet France AgriMer von Auswuchs. (db)
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