Märkte am Morgen

Freundlicher Start in den März


Weizen: Mit kleineren Kursgewinnen an drei Tagen hintereinander stabilisieren sich die Weizenkurse an der Matif etwas. Der März legte 1,75 €/t zu und orientiert sich kurzfristig wieder in Richtung 250 €/t. Allerdings gab es erneut Hilfestellung von der festeren Chicagoer Börse. Auch der schwächere Euro kommt dem europäischen Weizen derzeit zugute. Die Weizenexporte der EU laufen weiterhin recht flott. Im laufenden Wirtschaftsjahr summieren sie sich inzwischen auf knapp 13,1 Mio. t und damit fast 4 Mio. t mehr als im Vorjahr. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 387.000 t Weichweizen vergeben. An ihnen war Deutschland mit 55.000 t beteiligt.

  
Auch die wöchentlichen Exportzahlen der USA können sich mit 525.000 t sehen lassen. Die Bedeutung des US-Weizens für die internationale Versorgung gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird bis zur neuen Ernte weiter steigen. Der Chicagoer Weizen konnte aber seine zwischenzeitlich deutlich höheren Tagesgewinne nicht halten, schloss aber einem kleinen Plus.
 
Mais: Die schwache Tendenz bei Mais hat sich beruhigt. Nach mehreren Tagen mit Kursgewinnen hintereinander verschaffte sich die Chicagoer Märznotierung wieder ein kleines Polster oberhalb der Marke von 7 US-$/Bushel. Feste Kassapreise und der höhere Sojabohnenkurse sorgten für Auftrieb. Auch die Grundtendenz ist etwas freundlicher. Aus dem in Kürze auslaufenden Märzkontrakt erwarten Börsenhändler in Chicago aufgrund der engen US-Maisbilanz keine physischen Andienungen. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 512.600 t waren zudem so hoch, wie schon seit ewigen Zeiten nicht mehr.

  
In Paris notierte der Mais gut behauptet und scheint sich auf dem abgesenkt Kursniveau zu stabilisieren. Die umfangreichen Maisimporte in die EU halten an. In der laufenden Woche wurden 221.000 t neue Importlizenzen vergeben. Damit haben sich die gesamten Maiseinfuhren in diesem Wirtschaftsjahr auf über 7,8 Mio. t summiert.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex profitiert weiterhin von den Verladeproblemen Brasiliens. In Chicago legten die Sojabohnen zeitweise eine scharfe Rally hin, gaben bis Börsenschluss aber die Hälfte ihrer Tagesgewinne wieder ab. Mit einem Plus von rund 6 US-$/Bushel für Bohne und Schrot beendeten die Frontmonate die Sitzung. Ein kräftiger Schub erhielt der Komplex von den bemerkenswert hohen wöchentlichen US-Exportzahlen von 1,17 Mio. t Sojabohnen. Davon betreffen alleine 689.000 t die laufende Kampagne. Sie sind ein Indiz dafür, dass der US-Export trotz der laufenden Ernte in Südamerika brummt.
 
Raps: An der Matif tut sich Raps seit Tagen schwer, positive Vorgaben vom Sojakomplex umzusetzen. Er folgt den Bohnen nur mit respektvollem Abstand und äußerst mühsam. Trotz fester Sojanotierungen brachte es Raps nur auf einem Schlussgewinn von 1,75 €/t. Die Handelsaktivitäten sind seit Tagen unterdurchschnittlich und spiegeln die schwache Stimmung sowie den Margendruck an den physischen Märkten wieder.
Die kanadischen Rapsnotierungen scheinen weniger Probleme zu haben, denn der Mai schloss in Winnipeg knapp 7 Can-$/t im Plus.
 
Rohöl: Während die Aktienmärkte das Wahlergebnis in Italien inzwischen verdaut haben, stehen die Rohölmärkte anscheinend immer noch unter dem Italien-Schock. Die Kurse gaben erneut nach und die Abwärtsbewegung wurde von einem festen US-Dollarkurs verstärkt. Nach Beobachtungen der Commerzbank haben die Rohölnotierungen weitaus stärker nachgegeben als die übrigen Rohstoffmärkte. Auch das schwache Wirtschaftswachstum der USA von nur 0,1 Prozent im vierten Quartal des Vorjahres drückte auf die Notierungen. Im Markt war ein größeres Wachstum erwartet worden. (St)
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