Märkte am Morgen: Getreide

Freundlichere Tendenz hält an


Weizen: In Chicago und in Paris profitieren die Weizenkurse erneut von Spekulationen über mögliche Exporteinschränkungen Russlands. In Chicago helfen technische Kursgewinne und Shortabdeckungen zusätzlich. An der Matif machte Weizen 1,50 €/t auf 168,50 €/t für den März gut. Die Kurse Chicago zogen 3,2 Cent/bushel auf 4,84 US-$/bushel an.
 
Die Analysten sind sich ziemlich einig, dass Einschränkungen beim russischen Getreideexport - falls sie den kommen sollten - die Weizenpreise stabilisieren würden. Vor allem die EU, aber auch möglicherweise die USA könnten in diesem Falle von zusätzlichen Exportmöglichkeiten profitieren, wird gemutmaßt.
 
Auch der scharfe Frosteinbruch vom Wochenende und die Gefahr von Auswinterungsschäden in südlichen Russland und der Schwarzmeerregion stützen die freundlichere Tagestendenz beim Weizen. Die Schneedecke in Südosteuropa soll nicht allzu dick sein und nach den milden Temperaturen haben die Wintersaaten wenig Frosthärte entwickelt.
 
Am Exportmarkt kocht die Mutterkorn-Diskussion bei Weizenimporten Ägyptens wieder hoch. Eine Schiffspartie mit französischem Weizen, der die Null-Toleranz bei Mutterkorn nicht einhält, liegt seit 21. Dezember in einem ägyptischen Hafen fest. Das Thema sorgt für Verwirrung, denn zur Monatsmitte hatte Ägypten angekündigt, dass es wieder einen  Anteil von 0,05 Prozent Mutterkorn im Weizen gemäß der alten Norm akzeptieren werde. Sollte Ägypten jedoch bei seiner Null-Toleranz-Regelung bleiben, erwarten Analysten weniger Offerten auf künftige Weizenausschreibungen des nordafrikanischen Landes.
 
Mais: Die Kurse in Chicago schlossen mit einem schwächeren Unterton, der März notierte in Chicago bei 3,69 US-$/bushel und hielt sich mit etwas festeren Rohölpreisen.

An der Matif setzte sich die freundlichere Tendenz der Vortage bei Mais fort. Der März notierte nach einem leichten Plus knapp unter 157 €/t.
 
Der Agrarkonzern Dupont erwartet nach den Saatgutverkäufen einen leichten Anstieg der US-Maisfläche in diesem Jahr. Auch für die zweite Maisernte in Brasilien, die sogenannte Safrinha-Ernte deutet sich eine leichte Anbauausdehnung an.
 
In Argentinien fällt die Maisernte möglicherweise kleiner aus, als zuletzt vermutet. In Nordosten von Buenos Aires, wo etwa 8 Prozent der argentinischen Maisfläche steht, ist es für ein El-Niño-Jahr ungewöhnlich trocken und heiß. Beobachter vor Ort rechnen mit dort mit Ertragseinbußen von bis zu 50 Prozent. Die Sojabohnen sollen allerdings weniger betroffen sein, da sie sich noch nicht in der kritischen Wachstumsphase befinden. (St) 
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