Obstanbau

Fröste reduzieren Erntemengen

Ertragseinbußen von 40 bis 50 Prozent müssen Obstanbaubetriebe in Deutschland in diesem Jahr verkraften. Durch Wetterextreme wie Spätfröste im April 2017 werde allein die Apfelernte mit geschätzt 555.000 t nach gut 1,03 Mio. t im Vorjahr die kleinste seit 1991 sein, sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied heute in Berlin. Auch die Birnenernte werde mit 19.000 t nach 35.000 im Jahr 2016 um etwa 46 Prozent geringer ausfallen, sagte er bei der Vorstellung der diesjährigen Erntebilanz des DBV. Im gesamten Obstanbau sei mit Frostschäden von rund 200 Mio. € sowie zusätzlichen Schäden durch Starkregen und Hagel in Höhe von etwa 250 Mio. € zu rechnen. Für alle Arten von Stein- und Kernobst sowie der Strauchbeeren ergäben sich deutliche Mindererträge bis hin zu regionalen Totalausfällen. 

Witterungsrisiken seien insbesondere für die Obstbaubetriebe durch Versicherungslösungen und Investitionen in Frostschutzberegnungsanlagen zu begegnen. Neben Investitionsförderungen für derartige Anlagen seien finanzielle Unterstützungen der Bundesländer für Versicherungslösungen hilfreich, appellierte Rukwied. Für alle landwirtschaftlichen Betriebe forderte er zusätzlich Möglichkeiten einer steuerlich begünstigten Risikovorsorge. (jst)
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