Märkte am Morgen: Getreide

Frost stabilisiert Weizenkurse

Weizen: Die frostigen Temperaturen in weiten Teilen Europas unterstützen unterschwellig die Weizenkurse und bremsten die Talfahrt der Vortage ab. Der März notierte an der Matif unverändert mit 165,50 €/t. Zwischenzeitlich bewegten sich die Kurse im Takt mit etwas festeren Vorgaben aus Chicago im grünen Bereich. Unterschwellig bleibt die Tendenz nach Ansicht der meisten Marktbeobachter aufgrund der großen Weizenversorgung bärisch.
 
Am Hamburger haben die schwachen Exportaussichten für deutschen Weizen die Kassamarktprämien noch einmal etwas gedrückt. Für Weizen mit 12 Protein liegen die Abschläge auf die Matif-Märznotierung zwischen 3,50 und 4,50 €/t. Agenturberichten zufolge zeichnen sich für den späten Februar bis in den März hinein sehr schwache Verladungen in den deutschen Exporthäfen ab.
 
In Chicago profitierte Weizen vom festeren Mais und schloss gut behauptet. Die zwischenzeitlich kleinen Tagesgewinne ließen sich bis Börsenschluss nicht halten. Die wöchentlichen US-Exportverladungen von knapp 341.000 t liegen weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Unterschwellig gab es etwas Unterstützung durch den Kälteeinbruch in Europa und vor allem am Schwarzen Meer, die Risiken für die kommenden Weizen Ernten bergen.
 
Der Iran hat angekündigt, seine strategischen Weizenreserven um 2 Mio. t auf 3 Mio. t zu senken, um Lagerkosten sparen. Dies könnte etwas Schub in die weiteren Weizenimporte des Irans bringen, von denen möglicherweise auch deutscher Weizen profitieren könnte.
 
Die Ukraine hat in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 10,5 Mio. t exportiert. Nach Einschätzung von UkrAgroConsult lässt sich für die Ukraine im gesamten Wirtschaftsjahr eine Rekordausfuhr von 14 Mio. t Weizen erwarten. Russland wird erstmals nach etwa zwei Jahrzehnten etwa 350.000 t Weizen in die Innere Mongolei Chinas liefern. Der Export wurde wieder möglich, nachdem China im Dezember den Import-Bann für Weizen aus Russland aufgehoben hat.  
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen schlossen nach dem Feiertag in den USA etwas fester. Für die beiden vorderen Termine zogen die Kurse 4,4 Cent/bushel an. Der März  notierte bei 3,67 US-$/bushel. Festere Kassamärkte in den USA und Shortabdeckungen sowie das freundlichere Umfeld der internationalen Aktienmärkte stützten die Chicagoer Notierungen.
 
Das US-Analystenhaus Informa erwartet eine Ausdehnung der kommenden US-Maisfläche von 1 Prozent. Das USDA projiziert die kommende Maisfläche allerdings auf 90,5 Mio. t und geht von einem Anstieg von 2,8 Prozent aus.
 
An der Matif konnte sich Mais mit einem Plus von 1,50 €/t für die beiden vorderen Termine etwas erholen. Der März notierte mit 156 €/t. (St)
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