Märkte am Mittag

Futtergerste im Nordwesten gesucht


Die höheren Weizennotierungen an der Matif werden an den westdeutschen Weizenmärkten zwar nicht ein zu eins umgesetzt, sorgen aber zumindest für festere Preise. Die rheinischen Mühlen sind für kleinere Mengen sowie von Oktober bis zum Jahresende ansprechbar. Sie kaufen mit Abschlägen von 4 bis 5 €/t unter der Matifnotierung November. Im westfälischen Raum halten sich die Mühlen bedeckt. Für das alte Jahr winken sie ab, und wollen auch für das neue Jahr kein Aufgeld auf die Börsennotierungen für März nennen.   
 
An der Matif notierte Weizen für November im Mittagshandel nach einem Plus von 1,75 €/t bei 199,25 €/t. Die jüngsten Preissteigerungen kann sich im Markt derzeit keiner richtig erklären. Viele gehen davon aus, dass die höheren Weizenpreise nur ein kurzes Intermezzo sein könnten. Immerhin schnuppern die Matif-Notierungen an der Marke von 200 €/t.
 
Die Futterweizenmärkte im Nordwesten haben sich dagegen stärker gefestigt als die Backweizenmärkte im Westen. Die nordwestdeutsche Mischfutterindustrie ist bereit, höhere Weizenpreise als die westdeutschen Mühlen anzulegen. Für Futterweizen gibt es kleines, aber stetiges Kaufinteresse bei Kursen von 197 bis 198 €/t, frachtfrei Südoldenburg.
 
Gerste wird im Süd Oldenburger Raum derzeit stärker nachgefragt als Weizen. Bei kleinem Angebot waren verfügbare Partien regelrecht gesucht, und hierfür wurden rund 186 €/t geboten. Die Mischfutterindustrie scheint mit Gerste schlechter gedeckt zu sein als mit Weizen. Hinzu kommt, dass der Hamburger Markt viel Gerste für den Export aufgesogen und sich das Gerstenangebot im gesamten norddeutschen Raum dadurch reduziert hat.
 
Bei Raps setzte sich die feste Tendenz fort. Die Matif notierte heute Mittag bei 377 €/t, ein Plus von 3,50 €/t. Es gab zusätzliche Hilfestellung vom festeren Sojakomplex. An den Kassamärkten für Raps tut sich jedoch wenig. Dafür hat sich der Rapshandel bei sehr lebhaftem Handelsvolumen fast komplett auf die Matif verlagert.  Heute sind zudem viele Marktteilnehmer auf der europäischen Warenbörse in Paris anzutreffen. In Westdeutschland wurden für die das alte Jahr fast nur noch auf Anfrage Preise genannt. Der Termin Januar/März wird mit 385 bis 386 €/t franko westdeutsche Ölmühle bewertet. (St)
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