Märkte am Mittag

Gedrückte Prämien am Hamburger Markt

Zu Beginn des neuen Jahres fehlt den deutschen Weizenexporten noch der Schwung. Exporteure berichten von ausgesprochen schleppendem und etwas enttäuschendem Neugeschäft. In den Seehäfen liegt demzufolge reichlich Weizen und wartet auf neue Verladungen. Aus dem Binnenland drängen zusätzliche  Weizenpartien aus den Lägern und der Landwirtschaft an den Markt. Die Weizenpreise im norddeutschen Raum sind etwas unter Druck geraten. So werden franko Hamburg für Weizen Basis 12 Prozent Protein nur noch Prämien von 3,00 €/t auf Basis Matif-März für Januar und von 6,00 bis 6,50 €/t für März bewilligt.
 
Aufgrund des festen Dollarkurses wurden Schätzungen zufolge bisher aber schon 3 Mio. t Weizen aus Deutschland exportiert. Zurzeit konzentrieren sich die Aktivitäten am Exportmarkt allerdings mehr oder weniger auf die Verladungen und die Abwicklung bestehender Aufträge. „Uns fehlt das Geschäft mit dem Iran, der im vergangenen Jahr unser größter Abnehmer war“, zieht ein Exporthändler Zwischenbilanz. „Sollte die schleppende Nachfrage anhalten, könnte bei uns am Ende mehr Weizen übrig bleiben, als wir erwartet haben“, gibt er zu Bedenken.
 
Strategie Grains geht aber weiterhin vor einer lebhaften internationalen Nachfrage nach europäischem Weizen aus. Im neuen Monatsbericht korrigieren die französischen Analysten ihre Exportschätzung für die EU auf einen neuen Rekordwert von 29,3 Mio. t Weichweizen für 2014/15. Im Vorjahr hatte die EU 28 Mio. t Weichweizen exportiert.
 
Für Gerste zeichnen sich derzeit neue Exportaufträge ab. In dieser Woche wurden 173.000 t Exportlizenzen in Deutschland gezogen, die auch im Wesentlichen hier verladen werden dürfen. Bisher konnte Deutschland schätzungsweise nur 350.000 t Gerste exportieren, gegenüber rund 900.000 t im Vorjahr. Mit der Aussicht auf Exporte hat sich die Gerstennachfrage in den Seehäfen belebt. Franko/cif Hamburg lassen sich derzeit für Futtergerste Basis Februar/Mai mit Weiterlagerung 173,00 bis 174,00 €/t erzielen.
 
Am Terminmarkt knüpfen die Weizennotierungen heute an ihre freundliche Tendenz vom Vortag an. An der Matif notierte der März-Termin gegen Mittag nach einem leichten Kursgewinn mit 195 €/t. Raps konnte nach dem Vorzeichenwechsel der Sojabohnen an der Chicagoer elektronischen Börse in den grünen Bereich drehen. Am späten Mittag notierte der Februar knapp unter 355 €/t. (St)
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