Märkte am Mittag

Geringe Abgabebereitschaft

Zwar steht aufgrund der hohen Ernte theoretisch ausreichend Weizen aller Qualitätsstufen zur Verfügung, doch sehen die Landwirte keine Veranlassung mit größeren Mengen an den Markt zu gehen. "Wir haben höhere Preisvorstellungen", erklärt ein niederbayerischer Landwirt seine Zurückhaltung. Lediglich bei einzelnen Pachtbetrieben soll sich die Abgabebereitschaft aus Liquiditätsgründen etwas verbessert haben.

Der Erfassungshandel ist dagegen nicht in der Lage, den Erzeugern höhere Erlöse zu bieten. Trotz der Weizenmengen die aus der EU nach Ägypten, dem Irak und Saudi-Arabien verkauft wurden, bleiben die Exporte nämlich weit hinter den Erwartungen zurück. Dies wirkt sich dämpfend auf den Binnenmarkt aus, zumal in der nächsten Zeit keine ähnlichen Abschlüsse mehr zu erwarten sind.

Für Weizen mit einem Proteingehalt von 12,5 Prozent sind das Baltikum und Polen einfach wettbewerbsfähiger als deutsche Anbieter. Deshalb nehmen auch die heimischen Verarbeiter nach wie vor eine abwartende Haltung ein. Die Deckung der Mühlen reicht offensichtlich bis in das neue Jahr hinein. Ihr Kaufinteresse ist jedenfalls sehr verhalten und bezieht sich fast ausschließlich auf preiswerte Einzelofferten. Anfragen für das kommende Jahr stoßen bei den Verkäufern bislang noch auf wenig Interesse. (HH) 
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