In seinem Wasde-Bericht vom August hat das US-Landschaftsministerium (USDA) die Ertragserwartungen in den USA korrigiert (siehe Kasten). Es schätzt den US-Maisertrag 2017 auf etwa 10,6 t/ha und damit am oberen Ende der Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld Ertragszahlen zwischen 10,2 und 10,6 t/ha genannt hatten. Für US-Verhältnisse wäre dieses Ergebnis leicht unterdurchschnittlich. Der Trendertrag liegt bei 10,7 t/ha, im Vorjahr sind sogar 11,0 t/ha eingebracht worden.

Erträge zählen

Das USDA berücksichtigt für seine Ernteprognosen in den USA generell erst in den Wasde-Berichten ab August die Erträge, die auf Basis der Feldbesichtigungen ermittelt worden sind. In den Monaten davor kalkuliert das Ministerium seine Erntezahlen mit Hilfe von Trenderträgen, also mit Durchschnittswerten der Vorjahre ergänzt um den jährlichen Ertragszuwachs. (db)

Die US-Maiserzeugung 2017 sinkt dadurch im Vergleich zur Schätzung des Vormonats um etwa 2,5 Mio. t auf unter 360 Mio. t Im Vergleich zum Vorjahr, das einen Rekord von fast 385 Mio. t Mais gebracht hatte, ist der Rückgang beachtlich. Allerdings hatte die hohe Vorjahresernte auch zur Folge, dass die Silos noch gut gefüllt sind. Und das USDA erwartet auch keinen heftigen Abbau der US-Bestände.

Am Weltmarkt sorgt zudem Brasilien für Angebotsdruck. Dort ist 2017/18 nach der Rekordernte des Vorjahres eine wiederum hohe Ernte aus heutiger Sicht jedenfalls nicht ausgeschlossen. Auch in Argentinien könnte 2017/18 wieder ein ordentliches Ergebnis eingefahren werden. Allerdings ist es im August für Südamerika zu früh für aussagekräftige Prognosen.

EU hat hohen Importbedarf

In der EU hat das USDA hingegen deutliche Abstriche an der Maisernte vorgenommen und erwartet nur noch 60 Mio. t. Der Importbedarf der EU könnte auf 16 Mio. t Mais wachsen – die EU-Kommission geht bisher von 15,3 Mio. t aus.

Unverändert belassen hat das USDA die Maisernteschätzung für die Ukraine 2017 mit voraussichtlich 28,5 Mio. t. Das wäre noch einmal mehr als das gute Vorjahresergebnis. Die Ukraine ist hinter den USA, Brasilien und Argentinien viertgrößtes Maisexportland.

Die globalen Maisendbestände 2017/18 werden aus Sicht des USDA über 200 Mio. t bleiben. Das wäre allerdings im Vergleich zum Vorjahr ein Abbau um 28 Mio. t. Knapp würde Mais damit aber nicht. Die Maiskurse an der US-Börse gaben nach der Bekanntgabe der Schätzung nach. (db)
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