Märkte am Mittag:

Gerste im Westen oft zu leicht

Markttendenz:
Gerste zeigt festere Tendenz, da die Qualitäten und Erträge enttäuschen. Weizen tendiert bei unsicherer Einschätzung der Ernte fester. Raps zeigt Korrekturbedarf nach oben.

 

Im Westen fällt die Gerstenernte kleiner als erwartet aus. Im Schnitt zeichnen sich Ertragseinbußen von 15 bis 20 Prozent gegenüber den Spitzenerträgen des Vorjahres ab. Die Hektolitergewichte sind sehr heterogen, häufig niedrig und machen in der Regel eine Aufarbeitung der Gerste notwendig. Die Mischfutterwerke an der Rheinschiene und der holländische Konsum nehmen Partien mit einem Naturalgewicht bis zu 58 kg/hl mit entsprechenden Abschlägen nach der Einheits-Tabelle für Getreide an. Vereinzelt sollen Mischfutterwerke von ihren Kunden auch niedrigere Werte akzeptieren.
 
Die Vermarktung der Gerstenernte erfolgt weitestgehend im Rahmen der bestehenden Kontrakte, Neugeschäfte finden kaum statt. Es fehlt an Offerten und loko Gerste wurde gesucht. Die nominellen Preise für Gerste werden höher angesetzt. In Südoldenburg, im westfälischen Raum und auch franko Südholland war der Konsum bereit, 138,00 €/t für Gerste ex Ernte zu bezahlen.
 
Das Weizengeschäft für die neue Ernte ruht fast vollständig. Die festeren Börsenpreise animieren die Landwirtschaft noch nicht zu Verkäufen, obwohl auch die Prämien auf die Matif-Notierungen im westdeutschen Raum angehoben wurden. Ex Ernte werden inzwischen nominell Kurse wie Matif-September und für September/Dezember ein Aufgeld von 2,00 €/t auf Matif-Dezember am Niederrhein genannt. In Westfalen liegen die nominellen Aufgelder sogar etwas darüber. In den Veredlungsgebieten Südoldenburgs wurde für Futterweizen ex Ernte 153,00 bis154,00 €/t geboten. Briefkurse fehlten häufig.
 
An der Matif setzt Weizen seine Aufwärtskorrektur heute fort. Die beiden vorderen Termine notieren nach einem leichten Plus bei 163,00 €/t für September und bei etwas über 166,00 €/t für den Dezember.
 
Die Rapspreise setzen ihre stramme Aufwärtskorrektur mit einem Plus von 4,75 €/t für die vorderen Termine fort. Der August notierte bei 366,00 €/t. Die steigenden Preise zeigen am Kassamarkt wenig Wirkung. Die Aktivitäten konzentrieren sich mangels Offerten auf die Börse. Die ersten geernteten Rapspartien im westdeutschen Raum von den leichten Böden bringen knapp durchschnittliche Erträge bei etwas niedrigeren Ölgehalten als üblich. (St) 
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