Die Modellrechnungen der Agrarmeteorologen bei der EU-Kommission für den Zeitraum 1. November bis 13. Dezember 2016 zeigen, dass in den meisten EU-Regionen die Feldbestände mit Wintergetreide und Winterraps noch keine ausreichende Winterhärte ausgebildet haben. Sie sind damit anfällig für Schäden, sollte es zu einem plötzlichen Frosteinbruch bei fehlender Schneedecke kommen.

Weitgehend winterhart sind nach den Kalkulationen von MARS lediglich die Wintersaaten in den skandinavischen und baltischen Staaten. Das Gleiche gilt für den Nordosten der Ukraine und weite Teile Russlands. Richtung Schwarzem Meer lässt dagegen die Winterhärte der Kulturen nach. Sehr gering ist die Ausprägung in Deutschland. Lediglich in Bayern sind die Bestände etwas besser geschützt für kommende Minusgrade.

Kältewelle ab der Wochenmitte

Bislang hat die fehlende Frosthärte noch keine Auswirkungen, denn die Pflanzen sind in Europa noch nicht mit extrem niedrigen Temperaturen konfrontiert worden. Da jedoch ab der Wochenmitte im östlichen Teil Europas eine Kältewelle mit Temperaturstürzen auf -20°C zu erwarten ist, warnt MARS vor möglichen Auswinterungen im Osten Polens, im Westen Weißrusslands, im Osten Rumäniens, in Teilen Bulgariens sowie im Westen und im Süden der Ukraine. Kälter als üblich soll es ab der Wochenmitte auch in Frankreich und in Süddeutschland werden. Hier sind Fröste bis zu -10°C zu erwarten. Höhere Temperaturen als im langjährigen Mittel stellt MARS dagegen für Skandinavien, das Baltikum und den Nordwesten Russlands in Aussicht. (db)
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