Vermarktung

Getreide macht sich in Polen rar


Viele Landwirte und Handelsunternehmen sind ausverkauft, berichtet die Wirtschaftskammer für Getreide und Futtermittel in Warschau. Die Fachleute gehen jedoch ebenfalls davon aus, dass einige größere Ackerbaubetriebe in Polen noch Getreidevorräte haben, sich aber angesichts der steigenden Preise erst einmal zurücklehnen und auf noch bessere Chancen warten. Als aktuelle Großhandelspreise nennt die Wirtschaftskammer für Brot- und Futterweizen jeweils umgerechnet 171 bis 181 €/t. Brotroggen wird mit 150 bis 160 €/t bezahlt.

Die Erwartungen an die neue Getreideernte sind völlig unsicher. Denn die Kältewelle nach Ostern hat Landwirte in Polen ebenso getroffen wie die Erzeuger in Deutschland. Ausreichend geregnet hat es jedoch in den meisten polnischen Ackerbauregionen, sodass die Wintersaaten recht gut entwickelt sind und die Sommersaaten gut auflaufen. Mais wird jetzt mit Hochdruck gesät. Zu schaffen gemacht hat den polnischen Landwirten in den zurückliegenden Tagen aber vielerorts Starkregen. Insgesamt ist die Vegetation verzögert.

Exportgeschäft lässt jetzt nach

Das Exportgeschäft über die Häfen ist langsamer geworden. Seit Mai sollen am wichtigsten Exporthafen in Gdynia nur noch alte Kontrakte erfüllt werden. Im April 2017 sind nach Angaben der Kammer nur noch gut 200.000 t Weizen abgeflossen. In den Monaten davor haben die polnischen Exporteure nach den Statistiken des agrarökonomischen Instituts IERiGZ in Warschau monatlich 300.000 bis 450.000 t Weizen ins Ausland verkauft. (db)
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