Märkte am Morgen

Getreidekurse trotzen negativen Vorgaben


Weizen: Die Weizennotierungen an der Matif profitierten von den festeren Chicagoer Vorgaben und schlossen fester. Technische Positionsbereinigungen ließen den März zeitweise bis zu 4,50 €/t ansteigen. Die absehbare Laufzeit des Märzkontrakts könnte schon Schatten vorauswerfen, zumal sich die offenen Positionen bei den Pariser Weizenfutures weiter kräftig abbauen.

In Chicago konnten sich die Weizenkurse leicht erholen, bewegen sich aber auf dem tiefsten Stand seit rund acht Monaten. Feste Maisnotierungen und Shortabdeckungen dürften Auftrieb gegeben haben. Auch Spekulationen über eine verstärkte Nachfrage nach US-Weizen für Futterzwecke kamen den Notierungen entgegen. Nach den jüngsten Niederschlägen hat sich der Zustand der Weizenbestände in den Hard-Red-Winterweizengebieten etwas verbessert. Die Bonitierung für Kansas weist nun 23 Prozent der Flächen den Kategorien gut bis exzellent zu. Allerdings werden noch 36 Prozent der Bestände mit schlecht bis sehr schlecht bewertet.
Der Zustand der Wintergetreidebestände in Russland ist nach einer Verlautbarung der Russischen Getreideunion, einer staatsnahen Exportorganisation, in einem sehr schlechten Zustand.
 
Mais: In Chicago konnte Mais an den stabileren Vortag anknüpfen. Technische Einflüsse und Shortabdeckungen sowie festere Kassapreise hievten die Notierungen wieder über 7 US-$/t. Die Ethanol-Fabriken sollen zudem aggressiv auf Einkaufstour für die Termine im Frühjahr und im Frühsommer gewesen sein.
Vom festeren Weizen profitierte der Matif-Mais mit einem Zugewinn von 1,50 €/t. Der Markt bleibt bei einer Märznotierung von unter 225 €/t aber schwach. Das Handelsvolumen für Mais war in Paris mit mehr als 5.100 Kontrakten lebhaft. Der in Kürze auslaufende Märzkontrakt dürfte die Aktivitäten angeregt haben.
 
Sojakomplex: Die Sojabohnennotierungen bleiben volatil. Die Bohne wurde erneut in einer großen Bandbreite gehandelt und gab bei Börsenschluss etwas nach. Die offenen Positionen bei Sojabohnen haben sich am Vortag signifikant abgebaut. Dagegen schloss Sojaschrot mit grünen Vorzeichen und profitierte von Spread-Geschäften gegen sehr schwaches Sojaöl. Gerüchte, dass China Sojabohnen aus den staatlichen Reserven für den Binnenmarkt freigibt, drückten ebenfalls auf die Kurse.

In Brasilien haben die Hafenarbeiter ihre Streikabsichten erst einmal bis zum 15. März vertagt. Mit ihrer Entscheidung verschärfen sie die erheblichen logistischen Verladeprobleme Brasiliens nicht noch zusätzlich. Im größten brasilianischen Anbaugebiet Mato Grosso ist die Ernte bereits zu 47 Prozent abgeschlossen. Die Erträge liegen bisher auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr.
 
Raps: Mit schwachen Sojabohnen gaben auch die Rapsnotierungen geringfügig nach. Das Handelsvolumen war mit nur 3.261 Kontrakten ziemlich mager. Sehr schwache Palmölnotierungen am zweiten Tag hintereinander und die Abwärtskorrektur bei Rohöl waren weitere Negativfaktoren. In Winnipeg fielen die Canola-Notierungen etwas stärker ins Minus.
 
Rohöl: Der Wahlausgang in Italien hat die gesamten Finanzmärkte massiv unter Druck gesetzt. Die Aktienkurse gaben weltweit nach, Brent Crude Öl rutschte 1,73 US-$/Barrel ab. Nach der Pattsituation gilt Italien als unregierbar und es zeichnet sich ein Wiederaufflammen der europäischen Schuldenkrise ab. Der Iran hat zudem Einlenkungsmöglichkeiten beim Streit um sein Atomprogramm angedeutet, wenn im Gegenzug dazu die Sanktionen gemildert würden. Last not least erwartet der Markt für heute einen Anstieg der wöchentlichen US-Rohölbestände. (St)
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