Märkte am Mittag

Getreidemarkt wie gelähmt

Die westdeutschen Mühlen sind für Weizen zurzeit nicht mehr ansprechbar. Sie verweisen auf ihre gute Versorgung und fehlende Mehlgeschäfte. Die jüngsten Preissteigerungen bei Weizen ließen sich zudem fundamental nicht erklären, sondern seien ausschließlich politisch durch die Umwälzungen in der Ukraine bedingt, so die Einschätzungen von Mühlenseite. Der Markt zeigt sich ob der weiteren Preisentwicklung verunsichert. 

Auch die Mehlkäufer haben sich bei den festeren Weizenpreisen zurückgezogen. „Sollten die Weizenpreise weiter steigen, dann gibt es erst wieder Handlungsbedarf, wenn sich höhere Mehlpreise erzielen lassen“, so ein westdeutschen Mühleneinkäufer. In Westfalen sind die Mühlen nur noch für Juni/Juli für überschaubare Mengen ansprechbar. Hierzu wurden zuletzt Preise franko Mühle von 206 bis 207 €/t genannt.
 
An der Matif knüpfen die Weizennotierungen nach etwas schwächerem Start wieder am festen Vortageskurs an. Am späten Mittag notierte der Mai nach einem leichten Plus bei 210,75. Die positiven Vorgaben kamen von der elektronischen Börse in Chicago, wo sich die Vorzeichen für den US-Weizen ebenfalls von rot nach grün gedreht hatten.
 
Auch die Futtergetreidemärkte tendierten lustlos. Allenfalls kleinere Fuhrenpartien an Weizen werden von der Mischfutterindustrie in den nordwestdeutschen Veredlungsregionen und den Niederlanden nachgefragt. Die Kurse für Futterweizen franko Südoldenburg bewegen sich zwischen 208 und 209 €/t. In Westfalen lagen sie etwa 2 €/t da runter. Der holländische Konsum war bereit, bis zu 210 €/t für Futterweizen anzulegen, so dass sich der Verwendungszweck als Brotweizen zu den Mühlen erübrigte.
 
Die Rapsnotierungen gerieten mit schwächeren Vorgaben vom Sojakomplex unter Druck. Am späten Mittag notierte Raps an der Matif bei 407 €/t und damit 3,25 €/t schwächer als am Vortag. Das Geschäft war völlig flau, obwohl die Prämien auf die Matifnotierungen für die alte Ernte im Westen mit im Schnitt 8 bis 10 €/t unverändert blieben. In Einzelfällen wurden für Eindeckungen aber auch etwas höhere Prämien für alterntigen Raps genannt. (St)
stats