Märkte am Morgen: Getreide

Gewinne lassen sich nicht halten

Weizen: Die Notierungen an der Matif gaben zwar nach, bewegen sich aber weiterhin mit Schwankungen seitwärts. Der Mai verlor 1,50 €/t und schloss knapp unter 154 €/t. Am Hamburger Markt haben die Exporteure ihre Gebote etwas erhöht und waren bereit ein Aufgeld von 3,00 €/t über Matif-Mai für Weizen Basis 12 Prozent Protein zu bezahlen. Der Weizenexport aus der EU läuft zurzeit auf Hochtouren. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 1,15 Mio. t Weichweizen gezogen, die sich damit auf knapp 23,8 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr aufaddieren.
 
In der EU zeichnet sich nach dem derzeitigen Stand eine große Weizenernte ab. Für Deutschland ließ der Deutsche Raiffeisenverband seine zweite Ernteschätzung mit einer Weizenernte von 26,1 Mio. t zwar unverändert, doch Strategie Grains hat die Prognose für die europäische Weichweizenernte um 1,1 Mio. t auf 144,7 Mio. t angehoben. Für die laufende Kampagne erwarten die französischen Analysten mit 29,5 Mio. t nun 800.000 t höhere Weizenexporte. Durch die besseren  Exportaussichten werden die Weizenbestände in der EU zum Ende der Kampagne mit 15,6 Mio. t etwas niedriger ausfallen, als zuvor geschätzt.


In Chicago notierte Weizen für die vorderen Termine geringfügig schwächer. In den trockenen Gebieten des südlichen US-Weizengürtels verbessern Regenfälle die zuletzt etwas getrübten Ernteaussichten. Auch für die kommende Woche sind Niederschläge zu erwarten. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 124.700 t waren ausgesprochen schwach.
 
In Argentinien werden die Farmer ihre Weizenfläche für die kommende Ernte ausdehnen. Die Getreidebörse in Buenos Aires erwartet nach dem Wegfall der Exportrestriktionen einen Anstieg der argentinischen Weizenfläche um 890.000 ha.
 
Mais: Stramme US-Exportzahlen von 1,14 Mio. t Mais für die alte Ernte ließen die Chicagoer Mais-Futures gut behauptet schließen. Der Mai notierte mit 3,74 US-$/bushel  nur unwesentlich verändert. Von der Sojarally erwarten Analysten keinen Einfluss auf die Anbauplanung der US-Farmer. Allenfalls bei ungünstigen Bedingungen für die US-Maisaussaat könnte sich die Flächenrelation zugunsten von Sojabohnen verschieben, so die Einschätzungen.
 
Die diesjährige Maisernte in Argentinien wird nach Einschätzung der Börse Rosario mit 25 Mio. t bei weiten nicht so groß ausfallen, wie die US-Prognose von 28 Mio. t. Für China erwartet der US-Agrarattache vor Ort eine Maisernte von 218 Mio. t und damit ein Minus von 6,6 Mio. t gegenüber dem Vorjahr. Medienberichten zufolge könnte der geplante Stützungsabbau und die Auflösung der extrem hohen staatlichen Maisbestände  China teuer zu stehen kommen. Die Abschreibungsverluste werden auf 10 Mio. US-Dollar taxiert.  
 
Mais/Gerste: In Paris konnte sich Mais trotz schwächerem Weizen noch einigermaßen halten. Der Juni notierte nach einem leichten Plus etwas oberhalb von 156 €/t. In dieser Woche hat die EU-Kommission neue Importlizenzen über 168.000 t Mais erteilt. Der Gerstenexport läuft weiterhin rege, es wurden neue Ausfuhrlizenzen von 263.000 t gezogen. (St)
 
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