Märkte am Morgen: Getreide

Gewinnmitnahmen bremsen

Weizen: In Chicago nahmen die Anleger vor dem langen Wochenende Gewinne mit. Am Montag gab es in Chicago aufgrund des Memorials Day keine Börsennotierungen. Weizen gab zuletzt bis zu 6,6 Cents/Bushel nach. Die Chicagoer Börsenaufsicht berichtet von einem deutlichen Rückgang der netto-Shortpositionen der Fonds. Die vorangegangen Rally ist im wesentlichen durch Short-Eindeckungen der Anleger und von Wettermärkten initiiert. Das Spiel könnte noch etwas anhalten, denn in den südlichen US-Plains bleibt es in den kommenden Tagen nass und die Qualitätsprobleme könnten sich verschärfen. In den nördlichen US-Plains ist es dagegen für den Sommerweizen zu kalt
 
In Paris setzt ebenfalls Gewinnmitnahmen den Weizen unter Druck. Der September verlor am Freitag 2,50 €/t, der Dezember gab 2,00 €/t nach. Die Gewinnmitnahmen fielen noch deutlich höher aus, denn Dezember schoss zeitweise bis zu 188,50 €/t hoch. Im Verlauf der Vorwoche konnte der September 8,00 €/t und der Dezember 7,25 €/t zulegen.  
 
Obwohl der Pfingstmontag in vielen europäischen Ländern Feiertag ist, fand an der Matif am Montag eine normale Börsensitzung statt. Die Frequenz war auch durch den US-Feiertag sehr dürftig und es kamen gerade einmal etwas mehr als 3.000 Kontrakte zustande. Die Notierungen bewegten sich wenig, der Dezember schloss mit 184,00 €/t unverändert wie am Vortag, ebenso wie der September mit 182,50 €/t.
 
Die physischen Märkte sperren sich gegen die technisch Notizgewinne an den Börsen. Am Hamburger Markt wurden die Prämien deutlich zurückgenommen. Die Geldkurse für Weizen Basis 12 Prozent Protein lagen für Mai/Juni 1 €/t unter der Matif-Notierung Dezember, die Briefkurse lagen etwas darüber.
 
Algerien hat Ende der Woche einen großen Weizenkauf von 450.000 t abgeschlossen. Lieferant dürfte im wesentlichen Frankreich sein, wird im Markt vermutet.  Ägypten versorgt sich in diesem Jahr stärker als üblich aus den lokalen Weizenmärkten. Nach Angaben des Versorgungsministeriums hat Ägypten seit Anfang April 4,6 Mio. t Weizen von lokalen Märkten aufgekauft und wird etwas weniger Importbedarf haben.
 
Mais: In Chicago gab Mais die Vortagsgewinne nach einem Minus von bis zu 5 Cents/Bushel für alle Termine wieder komplett ab. Ein festerer US-Dollarkurs und die schwächeren Weizennotierungen drückten. Die äußeren Bedingungen für die heranwachsende US-Maisernte sind mit wärmeren Temperaturen, Regen und Gewitter zudem günstig. An der Börse haben die Fonds in der Vorwoche auf fallende Preise gewettet und ihre netto-Shortpositionen im zweistelligen Prozentbereich ausgebaut.
 
An der Matif notierte Mais vor Wochenschluss durchwachsen und ohne wesentliche Veränderungen. Der Juni schloss am Freitag bei 154,25 €/t. Am Montag gab der Frontmonat bei sehr dünnen Handelsaktivitäten 1,25 €/t nach. (St)
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