Märkte am Morgen: Getreide

Gewinnmitnahmen drücken Kurse

Weizen: An der Matif hat die Einigung der französischen Lagerhalter über die Qualitätskriterien für physische Andienungen in Frankreich die Aufwärtsbewegung der Vortage wieder unterbrochen. Die Kurse gaben etwas nach, der November notierte 2 €/t schwächer. Die Probleme der europäischen Weizenernte sind damit allerdings nicht vom Tisch. Die Anpassung der Fallzahlen und Proteinwerte betrifft in erster Linie den französischen Markt und die französischen Exportaktivitäten. Sie trug allerdings erheblich zur Beruhigung der Finanzanleger an der Börse bei.
 
Aus der laufenden Ernte sind die EU-Weizenexporte zügig angelaufen. In dieser Woche hat die Kommission 532.000 t neue Exportlizenzen für Weichweizen erteilt. Daran war Deutschland mit 58.000 t beteiligt, der Löwenanteil entfiel mit 167.000 t auf Frankreich.
 
In Chicago sehen die Händler und Anleger die jüngsten Entwicklungen in Russland und der Ukraine anscheinend nicht mehr ganz so dramatisch. Die Kurse gaben nach Gewinnmitnahmen auf allen Termin etwas nach. Der russische Agrarminister hat klargestellt, dass die Getreideexporte Russlands von dem Import-Stopp der Nahrungsmittel nicht berührt würden. Auch die Befürchtungen über eine russische Invasion in der Ostukraine haben sich  etwas relativiert.
 
Mais/Gerste: In Chicago orientierte sich Mais am schwächeren Weizen und gab leicht nach. Die satellitengestützten Auswertung von Lanworth lassen eine neue Dimension der US-Maisernte erahnen, falls sie Prognosen zutreffen sollten. Lanworth geht Online-Berichten zufolge von  Durchschnittserträgen von 174,8 bushel/acre und einer US-Maisernte von sage und schreibe 376 Mio. t aus.
 
Für Brasilien hat der Pendant des USDA, die Conab, die diesjährige Maisernte um 355.000 t auf 78,6 Mio. t nach oben korrigiert. Die Schätzung liegt damit weiterhin leicht über der Prognose des USDA.
 
In Paris hielten sich die Maisnotierungen im grünen Bereich, obwohl aus Chicago und vom Weizen schwache Vorgaben kamen. Das Handelsvolumen war allerdings äußerst dünn.
 
Die Maisimporte in die EU halten noch an. In dieser Woche wurden neue Importlizenzen über 481.000 t für die EU gezogen. Auf der Exportseite laufen die EU-Gerstenexporte weiterhin recht zügig. Bisher wurden bereits für mehr als 1 Mio. t Gerste Exportlizenzen beantragt, in dieser Woche kamen 131.000 t neu dazu. (St) 
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