Märkte am Morgen: Ölsaaten

Gewinnmitnahmen ziehen Soja runter


Sojakomplex: Gewinnmitnahmen nach der strammen Rally der Vortage kühlten die überhitzen Sojamärkte etwas ab. Die Bohne verlor mehr als 8 US-$/t und Schrot gab fast  7 US-$/t im Frontmonat nach. Die vorangegangenen strammen Kursgewinne wurden nach Einschätzung von Börsenbeobachter noch zusätzlich von Gerüchten getrieben, dass der US-Senat wieder steuerliche Vergünstigungen für Biodiesel einführen könnte.
 
Die USA erwarten künftig größere Sojaschrot-Einfuhren aus Südamerika. In Brasilien verlaufen die Exportverladungen mit zunehmendem Erntefortschritt rege. Die Ernte dürfte zu 80 Prozente abgeschlossen sein. Die Logistik klappt ziemlich gut und im März haben die Brasilianer mehr als 7,5 Mio. t Sojabohnen und Schrot exportiert. Die brasilianischen Bohnenausfuhren haben sich im Vormonat auf 6,2 Mio. t nach 2,8 Mio. t im Februar summiert.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif ignorierten die technisch bedingte Sojaschwäche weitgehend. Der Mai schloss neutral, für die neue Ernte gaben die Kurse leicht nach. Auch in Kanada versperrte sich Canola dem Chicagoer Einfluss mehr oder weniger. Die Canola-Kurse gaben in Winnipeg nur gut 2 Can-$/t nach.
 
Rohöl: Der Druck auf Rohöl setzte sich fort. Die Rebellen in Libyen wollen den wichtigsten Rohöl-Verladehafen im Osten des Landes im nächsten Tagen wieder freigeben. Nach der Besetzung des Hafens war die Ölförderung Libyens zuletzt auf nur noch 250.000 Barrel pro Tag gesunken. Dabei gilt das ‚sweet light Libyan-Crude‘ als besonders hochwertige Ölsorte. Die knapp 2,4 Mio. t gesunkenen wöchentlichen Rohölbestände in den USA wurden völlig ausgeblendet, obwohl die Zahl exakt andersherum kam, als sie im Markt erwartet wurde. (St)
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