Märkte am Morgen: Getreide

Grüne Vorzeichen am Weizen


Weizen: Die Weizenkurse an der Matif zeigten zumindest eine Gegenreaktion auf den schwachen Vortag und notierten zeitweise bis zu 2,25 €/t fester. Bei Börsenschluss gab der März seine Notizgewinne wieder ab und schloss unverändert wie mit 145,75 €/t. Der Mai konnte sich gut behaupten. Zwischenzeitlich schwache Vorgaben aus Chicago ließen die Gewinne an der Matif wieder schmelzen.
 
Die Weizenexporte aus der EU laufen auf unverändert hohem Niveau. In dieser Woche wurden neue Exportlizenzen über 761.000 t erteilt, die sich damit auf 17,7 Mio. t in diesem Wirtschaftsjahr summiert haben.
 
In Chicago brachte die neue Flächenschätzung des USDA die Weizenkurse kurzfristig auf Vordermann. Nach einem überschaubaren Kursgewinn notierte der März mit 4,45 US-$/bushel. Das USDA geht für dieses Wirtschaftsjahr von einer US-Weizenanbaufläche von 51 Mio. acres aus. Dies ist ein Rückgang von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und die niedrigste US-Fläche seit 46 Jahren.
 
Ägypten hat seinen neuen Weizentender mit 300.000 t Weizen aus Argentinien, Rumänien, Frankreich und der Ukraine gefüllt. Der Durchschnittspreis auf fob-Basis lag bei 177,06 US-$/t. Damit war dieser Tender rund 9,50 US-$/t billiger als der vorherige Weizenimport Ägyptens.
 
Der IGC hebt seine Schätzung für die globale Weizenernte 2016/17 um 5 Mio. t auf 711 Mio. t an. Dies wäre zwar ein Rückgang von etwa 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, doch der große Bestandsaufbau in der laufenden Kampagne relativiert die kleinere Ernte wieder.  
 
Mais: Der vom USDA prognostizierte Anstieg der kommenden US-Maisfläche um 2,3 Prozent auf 90 Mio. acres drückte auf die Chicagoer Kurse. Die Mais-Futures gaben bis zu 4,2 Cent/bushel nach. Der März notierte bei 3,55 US-$/bushel. Die US-Farmer werden nach der Einschätzung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums erstmals nach vier Jahren ihren Maisanbau wieder ausdehnen. In einem ersten Ausblick auf die Kampagne 2016/17 sieht das USDA aufgrund schwieriger Exportmärkte erheblichen Druck auf die Maispreise und erwartet für die USA die höchsten Maisbestände seit zwölf Jahren.
 
Mais/Gerste: Mais schloss an der Matif uneinheitlich. Der März notierte etwas freundlicher und notierte knapp unter 145 €/t. Die Maisimporte in die EU laufen stetig und auf hohem Niveau. In dieser Woche wurden neue Importlizenzen über 315.000 t gezogen. In der Summe liegen die Lizenzziehungen für die Maiseinfuhr in diesem Wirtschaftsjahr bei knapp 9,5 Mio. t. Angesichts der 16,5 Mio. t kleineren europäischen Maisernte sind die umfangreichen Maisimporte nicht ungewöhnlich.
 
Der IGC hat seine Schätzung der globalen Maisbestände für diese Kampagne mit 206 Mio. t kräftig angehoben. Die Zahlen bringt keine neue Erkenntnisse, denn das USDA geht bereits seit längerem von globalen Endbeständen von 209 Mio. t aus.
 
Der Gerstenexport der EU bleibt stetig. Nach neuen Exportlizenzen von 302.000 t haben sich die Gerstenausfuhren in diesem Wirtschaftsjahr auf 6,9 Mio. t summiert. (St)
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