Märkte am Morgen: Getreide

Grüne Vorzeichen in Paris

Weizen: Freundlichere Vorgaben aus Übersee und Sorgen um die Weizenqualitäten nach dem Dauerregen der Vortage ließen die Kurse an der Matif wieder etwas ansteigen. Der feste Euro deckelte die Gewinne, auch wenn er sich am Vortag etwas  abschwächte, heute Morgen aber wieder bei knapp 1,17 US-notiert. Der Septemberweizen an der Matif schloss knapp unter 169 €/t, der Dezember mit 174,50 €/t. Am Hamburger Markt haben sich die Kassamarkt-Prämien für Weizen Basis 12 % Protein mit einem Aufschlag von 2 €/t auf Matif-Dezember nicht verändert.
 
Die Weizenexporte aus der EU laufen im Gegensatz zum Vorjahr sehr verhalten an. Bisher hat die EU erst 642.000 t Weizen exportie nun rt, im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 2,2 Mio. t. Die Exportstatistik weist für die Berichtswoche neue  Weichweizenexporte 182.000 t aus.
 
In Chicago legte Weizen mit wieder anziehenden Notierungen in Minneapolis zu. Die Notizgewinne blieben überschaubar, der September schloss mit 4,80 US-$/bushel. In Minneapolis notierte der proteinreiche Sommerweizen mit 7,36 US-$/bushel. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 498.000 t Weizen  lagen im Rahmen der Erwartungen.
 
Die  Erntebereisung in den nördlichen Plains der USA bestätigte die schwachen Aussichten für den US-Sommerweizen. Nach Abschluss der Crop-Tour erwarten die Teilnehmer einen Durchschnittsertrag von 38,1 bushel/acre. Die Erträge fallen 18,6 % unter das langjährige Mittel.
 
Der IGC korrigiert in seinem neuen Monatsbericht die globale Weizenernte um 3 Mio. t auf 732 Mio. t nach unten, lässt aber die Endbestände mit 241 Mio. t unverändert. Nach den IGC-Zahlen lässt sich bei einem Verhältnis von Endbeständen zum Verbrauch von knapp 33 % eine unverändert äußerst komfortable globale Weizenversorgung erwarten. Für die EU gehen die Londoner Analysten von einer Weizenernte von 148 und einer Weichweizenernte von 139,3 Mio. t aus. Die Schätzung für Weichweizen wurde um 1,5 Mio. t nach unten korrigiert.
 
Mais: Die Maisnotierungen in Chicago schlossen einem leichten Plus gut behauptet und der September mit 3,74 US-$/bushel. Die Tendenz dürfte kurzfristig freundlicher sein, denn die Wettermodelle sagen für die kommenden Tage für den Mittleren Westen nur wenig Niederschläge voraus, bei allerdings etwas kühleren Temperaturen. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von nur 92.000 t alterntigem Mais fielen schwach aus.
 
An der Matif steht der Frontmonat August weiter unter technischem Druck. Der Kurs gab 5,50 €/t auf nur noch 155 €/t nach. Die Folgetermine schlossen dagegen gut behauptet. In dieser Woche hat die EU neue Maisimporte von knapp 345.000 t getätigt, die sich in den ersten Wochen des Wirtschaftsjahres auf 978.500 t summierten und 33 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert liegen. Der Gerstenexport kommt nicht in Gang und die bisherigen Exportzahlen von nur 161.600 t liegen 78 % hinter dem Vorjahr zurück.  
 
Der IGC korrigiert seine Schätzung der globalen Maisernte um 5 Mio. t auf 1,02 Mrd.  nach unten. Die EU-Maisernte taxieren die britischen Marktexperten auf 59,5 Mio. t und liegen damit gut 2 Mio. t unter der Prognose des USDA. (St) 
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