Märkte am Morgen: Ölsaaten

Günstiges Wetter drückt Sojakurse

Sojakomplex: Das Wetter im Mittleren Westen sieht für die Sojabohnen in den kommenden Tagen mit Schauern und Regen günstig aus. Der Wettermarkt unter umgekehrten Vorzeichen drückte die November-Bohne 12,6 Cent/bushel auf 9,04 US-$/bushel nach unten. Schrot verliert ebenfalls, der Dezember gibt 1,80 US-$/short ton nach. Weitere negative Impulse kamen von den neuen Turbulenzen an den chinesischen Aktienmärkten, die Befürchtungen über Konjunkturprobleme Chinas und negative Einflüsse auf die Ölsaatenmärkte schürten.  
 
Auf der Pro Farmer Crop-Tour im Mittleren Westen registrierten die Teilnehmer in Indiana geringere Schotenansätze als in Vorjahr. Ersten groben Einschätzungen zufolge sehen die Sojabohnenbestände besser als der Mais aus, jedoch nicht so gut wie im Vorjahr.
 
In Brasilien hat die lebhafte Nachfrage nach Sojabohnen im Zuge der schwachen Landeswährung zu einem ‚line up‘ bei den Schiffsverlandungen geführt. Inzwischen warten 80 Seeschiffe der brasilianischen Häfen auf die Beladung mit 4,8 Mio. t Sojabohnen und 82 Schiffe auf 4,5 Mio. t Mais. Brasilien hat seit 2014 die USA als größten Exporteur von Sojabohnen abgelöst und wird in dieser Saison nach den USDA-Zahlen knapp 50 Mio. t Sojabohnen exportieren.  
 
Raps: Mit schwachen Sojabohnen setzt sich die Korrekturphase für Raps fort. Die Kurse gaben bis zu 3 €/t nach. Der November schließt in einer etwas volatilen Sitzung mit Höhen und Tiefen nach einem Minus von 2 €/t knapp unter 367 €/t.
 
In Winnipeg setzten Soja und Verkäufe der Fonds die Notierungen kräftig unter Druck. Die beiden vorderen Termine verloren 10,80 Can-$/t und der November fiel auf 474,50 €/t ab. Ausgelöst wurde die Schwäche durch charttechnische Signale, als der Novembertermin seine Stützungslinie von um die 180 Can-$/t nach unten durchbrach. Auch die einsetzende Canola-Ernte in Western Kanada drückte.
 
Rohöl: Die Notierungen bremsen ihren Abwärtstrend. WTI legte nach Spekulationen über niedrigere US-Rohölbestände 0,75 US-$/Barrel zu. Brent Crudeöl drehte sich bei Börsenschluss noch in den neutralen Bereich auf 48,81 US-$/Barrel. Der Iran will nach Ende der Sanktionen seine Ölproduktion kräftig steigern. Nach Einschätzung der Commerzbank deutet sich dadurch für 2016 ein Überangebot von 2 Mio. Barrel pro Tag für Opec-Öl an. Die Anleger liquidierten in der Vorwoche weitere netto-Long-Positionen bei Brent-Crudeöl. (St) 
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