Märkte am Mittag

Gute Exportaussichten

Auf der 22. Internationalen Warenbörse in München, Ende vergangener Woche, äußersten Vertreter des Handels und der Verarbeitungsindustrie die Ansicht, dass die Notierungen für Futter- und B-Weizen wohl nicht mehr deutlich sinken werden. Allerdings dürften die Prämien für A-und E-Weizen wohl noch schrumpfen. Zwar sind die Mühlen, wenn überhaupt, nur an guten A-Weizenpartien interessiert, doch sind sie meist nicht bereit, die geforderten Preise schlank zu akzeptieren. Andererseits haben die Erzeuger ihre Spitzenqualitäten eingelagert. Der Präsident der Bayerischen Warenbörse München-Landshut, Christian Plössl, zeigt in einem Gespräch mit agrarzeitung.de nur wenig Verständnis für Landwirte, die über gesunkene Erzeugerpreise klagen. "Jeder hatte die Möglichkeit, Kontrakte mit der abnehmenden Hand oder Verarbeitern abszuschließen. Wer spekuliert geht bewußt ein gewisses Risiko ein". Im Übrigen werde manches über die insgesamt sehr hohen Erträge ausgeglichen. An der Matif heute vormittag kann sich Weizen für November etwas Luft verschaffen und verbessert sich um 1 auf 153,00 €/t. Dagegen bleibt Raps im Abwärtstrend und gibt um 0,75 auf 314,75 €/t nach. 

Hinsichtlich der weiteren Entwicklung an den Getreidemärkten gab es bei den rund 450 Börsenbesuchern keine einheitliche Meninung. Weitgehende Übereinstimmung gab es lediglich bei den Exportprognosen. Der schwächere Euro und die fallenden Notierungen an der Matif helfen dem EU-Weizen, seine Wettbewerbsfähigkeit für Exporte in Drittländer zu stärken, hieß es. Positiv für die deutschen Exporteure sieht man den Umstand, dass Frankreich in diesem Wirtschaftsjahr bei der Getreideausfuhr Schwierigkeiten hat. Hintergrund ist die schlechte Weizenqualität. Offensicht ist mehr als die Hälfte des neuen französischen Weizen für die Backwarenhersteller ungeeigent. Marktbeobachter erwarten, das Frankreich 2014/15 wahrscheinlich nur etwa 8 Mio. t Weizen nach Nordafrika liefern kann. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es noch 12 Mio. t. (HH)      
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