Märkte am Mittag

Gutes Wetter dämpft Geschäft für neue Ernte


In den meisten Regionen Süddeutschlands befinden sich die Kulturen in einem hervorragenden Zustand. Aufgrund der gemäßigten Witterung und der schützenden Schneedecke kommen die Wintergetreidearten vital in das Frühjahr.

Die Wasserreserven sind durch die reichlichen Niederschläge der vergangenen Wochen gut gefüllt.  Bei Vegetationsbeginn ist deshalb mit einem zügigen Wachstum zu rechnen. Vor diesem Hintergrund, aber auch als Ergebnis der internationalen Marktlage, haben sich die Preismeinungen für die kommende Ernte abgeschwächt.

Neue Ernte fällt unter 200-Euro-Marke

In Süddeutschland wurden den Landwirten im vergangenen November/Dezember für B-Weizen der Ernte 2013 vom Erfassungshandel noch 220 bis 223 €/t netto geboten. Inzwischen liegen die Gebote um 190 bis 200 €/t. Angesichts der aktuellen Entwicklung halten sich Erzeuger und Händler mit Kontrakten zurück. Jedenfalls werden nur kleine Mengen der neuen Ernte gehandelt.

Auch das Geschäft mit der Industrie ist überschaubar. Die Mühlen müssen für B-Weizen aus der kommenden Ernte etwa 215 bis 218 €/t franko anlegen. Bei A-Weizen sind es 220 bis 223 €/t. Allerdings ist auch das Mühlengeschäft eher verhalten. "Aggressive Preiskämpfe" würden wieder das Mehlgeschäft bestimmen und Kalkulationen schwer machen, heißt es in der Branche. Damit wird die Zurückhaltung der Verarbeiter erklärt. An der Matif notiert Mahlweizen nur neuen Ernte heute Mittag bei 214,25 €/t und ist damit immerhin 1 €/t fester als am Vortag. Auch der Fronttermin März ist mit 247,50 €/t 1 €/t teurer als am Tag zuvor.

Prämien für A-Weizen schwer durchsetzbar

Auch alterntiger Weizen hat in Süddeutschland einen ruhigen Markt. Die aktuellen Mühleneinstandspreise bewegen sich für B-Weizen um 250 €/t franko. Die Prämien für A-Weizen lassen sich zur Zeit nur schwer durchsetzen.

Im Agrarhandel ist man der Meinung, dass die südeutsche Mühlenwirtschaft bei ihrer Weizenversorgung noch einen Anschlussbedarf zur neuen Ernte von etwa drei Monaten hat  Bei der Mischfutterindustrie dürften es knapp vier Monate sein. (HH)   
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