Ernte 2015

Hafen Constanza für Exportverladungen bereit

In Deutschland reift die Gerste zügig ab, in ungarn sind die ersten Partien gedroschen
-- , Foto: Daphne Huber-Wagner
In Deutschland reift die Gerste zügig ab, in ungarn sind die ersten Partien gedroschen

Die ersten Ertragsmeldungen für ungarische Gerste liegen über denen der Schätzungen vom April, berichtete Daniela Fuchshuber, Fuchshuber Agrarhandel GmbH, während des Getreidehandelstages in Warberg. Ungarn habe bereits drei gute Erntejahre hinter sich, auch in diesem Jahr werden überdurchschnittliche Erträge erwartet.

In Rumänien ist die Gerste ebenfalls reif und wird zügig verladen. Aktuell werde Gerste in Rumänien zu rund 130 €/t gehandelt. Mit dem Hafen in Constanza ist das Land sehr gut auch für den Weizenexport nach Nordafrika aufgestellt. Für Österreich wünscht sich die Getreidehändlerin eine bessere Weizenernte als 2014. Zwar dürften die Erträge etwas niedriger ausfallen, doch dafür sollte es mit höheren Proteinwerten als im Vorjahr wieder klappen.

Ernteprognosen in Deutschland etwas nach unten korrigiert

Österreich ist traditionell wichtiger Exporteur von Qualitäts- und Premiumweizen mit Proteinwerten von mehr als 13 Prozent. In Deutschland werden nach Informationen von agrarzeitung.de die Ernteprognosen für ‚Triticale, Gerste, Weizen und Roggen etwas nach unten korrigiert. Doch dürfte sich an der insgesamt komfortablen Lage wenig ändern. Am Mittwoch wird der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) zum Raiffeisentag in Berlin seine Juni-Ernteschätzung veröffentlichen.

Nach Einschätzungen von Jens Ripken, Getreidehändler von Agravis, dürfte die EU im neuen Vermarktungsjahr 2015/16 nicht mehr an die hohen Exportzahlen der noch laufenden Saison rechnen. Bis Ende Juni könnten die EU rund 33 Mio. t Weizen exportieren. Das sei nicht mehr zu toppen. Nicht zuletzt weil deutscher und französischer Weizen einfach zu teuer gegenüber Ware aus Osteuropa sei. Der internationale Getreidemarkt werde von der US-Dollarwährung dominiert.

Zudem seien die russischen Exporteure hoch motiviert, so schnell wie möglich aus der Ernte heraus Weizen zu exportieren. Ripken verwies auf die international instabile geopolitische Lage. Damit sei nicht klar, ob im Dezember ein Export noch möglich sei. (da)
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