Märkte am Mittag

Hamburger Börse wirft Schatten voraus

Die Mahlweizenkurse an der Matif starten mit roten Zahlen in die neue Handelswoche. Der Future ‚No. 2‘ zum Frontmonat Mai wird gegen 13 Uhr mit 182,25 €/t bewertet und damit 0,75 €/t schwächer als am Freitag. Anzeichen für eine kurzfristige Preiserholung gibt es nach Ansicht von Marktteilnehmern im Norden und Nordwesten nicht. Dafür spricht auch das Verhalten institutioneller Anleger in Chicago, die Short-Positionen bei den Weizenkontrakten an der Chicago Bord of Trade in sehr hohem Umfang halten. Eine Short-Position bildet Wetten auf niedrige Preise ab.

Exportnadelöhr macht Marktteilnehmern zu schaffen

Teilnehmer am deutschen Kassamarkt sind unterdessen schon auf dem Sprung nach Hamburg. Dort findet am morgigen Dienstag die Norddeutsche Gemeinschaftsbörse statt. Ein Thema, was Marktteilnehmern unter den Nägeln brennt, ist das Nadelöhr im Export aus den Seehäfen Hamburg und Rostock.

„In Rostock liegen Getreideschiffe teilweise schon seit dem 1. April und werden nicht abgefertigt“, schildert ein Makler aus Hamburg die Situation. Das habe zur Folge, dass sich Liegegelder summierten und in den Lieferkontrakten festgeschriebene Termine nicht eingehalten werden könnten. „Stand heute ist davon auszugehen, dass Kontrakte mit Fälligkeit Mai weiter verschoben werden müssen“, heißt es dazu weiter aus dem Markt. Im laufenden Wirtschaftsjahr hat die Exportkampagne vergleichsweise spät begonnen; dementsprechend seien die Abwicklungskapazitäten an den Seehäfen überlastet.

Hoffnung auf steigende Preise bremst Vermarktung

Die Geschäftstätigkeit am norddeutschen und nordwestdeutschen Kassamarkt verläuft unterdessen schleppend. Erfassungshändler und Landwirte würden nach dem jüngsten Preisknick erst einmal auf weitere Kursanstiege setzen und sich entsprechend zurückhalten, heißt es. Die verbliebenen Getreidemengen aus der alten Ernte schätzen Händler im Nordwesten auf 10 bis 15 Prozent der Erntemenge. B-Weizen franko Hamburg wird heute auf einem Niveau mit dem Matif-Mai-Termin beziehungsweise maximal 1 €/t teurer bewertet.

Für die neue Ernte werden die Wettermärkte zunehmend entscheidet. Die Schwarzmeerregion könne mehr Regen gebrauchen, nachdem sich das Trockenheitsszenario in den USA entspannt hat, sagen Marktteilnehmer. (pio)
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