Märkte am Mittag

Handel spekuliert über Einlagerung

Die 200-Euro-Marke hat der Mahlweizenkurs an der Matif heute Mittag nicht verteidigen können. Gegen 13 Uhr notiert der November-Kontrakt in Paris bei 198 €/t und damit 2 €/t unter dem Schusskurs des Vortages. Der August-Termin für Raps an der Matif liegt zu dem Zeitpunkt 3 €/t im Minus bei 409,75 €/t. Auch in Chicago zeigen sich die Getreide- und Ölsaaten-Futures durch die Bank schwächer.

Das Geschäft mit alterntigem Weizen am deutschen Kassamarkt ist unterdessen „gelaufen“, sagen Marktteilnehmer aus dem Nordwesten. Der Erfassungshandel ist vorwiegend mit der Abwicklung beschäftigt. Neuerntig herrscht sowohl auf Abgeber- als auch auf Käuferseite Zurückhaltung. Einzig am Hamburger Papiermarkt finden hin und wieder kleinere Aktivitäten statt. Für B-Weizen, franko Hamburg, Basis September, werden Geldkurse von 4 bis 5 €/t über Matif genannt, dem stehen Briefkurse von 5 bis 6 €/t über Matif gegenüber.

Gesprächspartner aus dem Agrarhandel rechnen aktuell damit, dass Landwirte ihren neuerntigen Weizen zunächst einlagern und nicht direkt auf den Markt bringen werden. „Die Liquidität schaffen die Erzeuger mit Verkäufen von Futtergerste und Raps ex Ernte, der Weizen wird erst einmal weggesperrt“, sagen niedersächsische Marktteilnehmer. Auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Dänemark und Großbritannien sollen die Erzeuger derzeit „mauern“. Sollte neuerntiger Weizen zunächst zurückgehalten werden, würde der Markt ex Ernte künstlich hochgehalten, erläutern Händler.

Futterweizen franko Südoldenburg wird aktuell mit 197/198 €/t (Brief) zu 194/195 €/t (Geld) angeboten für den Termin 9-12. Das Preisniveau für Futterroggen liegt etwa 40 €/t darunter. Vereinzelt sprechen Händler in Niedersachsen von regeren Offerten für Futterroggen.

Beachtung am Kassamarkt findet unterdessen die Nachricht, dass China 200.000 t neuerntigen Weizen aus Frankreich kontrahiert habe. „Das riecht nach Bestandsaufbau in China“, heißt es dazu aus dem hiesigen Handel. Spannend sei nun die Frage, ob mehr Transaktionen aus der Volksrepublik folgen werden.

Die deutsche Getreideernte schätzen hiesige Marktteilnehmer mengenmäßig gut ein. Die Qualitäten bleiben aktuell noch die Unbekannte. (pio)
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