Weizenernte

Hessen gibt Entwarnung


Die lang anhaltende Trockenheit und extreme Hitzeperioden im Juli hätten dazu geführt, dass der Winterweizen viel zu früh abreifte und somit notreif wurde, erläuterte am Montag Landesbauernpräsident Friedhelm Schneider. Die bislang gemeldeten Erträge lägen im Durchschnitt 20 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Bei den anderen Getreidearten, der Sommergerste, dem Roggen, Triticale und Hafer rechnet der Bauernverbandspräsident aufgrund des Niederschlagsdefizits mit unterdurchschnittlichen Erträgen, die je nach Standort mehr oder weniger stark ausgeprägt sind.

„Winterraps hat ebenfalls sehr unter der Trockenheit gelitten. Schneider rechnet mit Druschergebnissen, die bis zu 25 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. „Der Silomais kam nach der Aussaat überhaupt nicht in die Gänge. Ihm machten die niedrigen Nachttemperaturen und das fehlende Wasser zu schaffen“, betonte Schneider. Es sei fraglich, ob der damit verbundene Entwicklungsrückstand von etwa vier Wochen bis zur Ernte im September noch aufgeholt werden könne. Bei den Zuckerrüben ist Präsident Schneider zuversichtlich, dass diese bis zur Haupternte im Oktober und November noch zulegen.

Wiesen und Weiden verdorrt

Durch die extreme Trockenheit und Hitze seien Wiesen und Weiden total verdorrt, stellte Schneider mit Sorge fest. Nach dem ersten Grünlandschnitt sei fast nichts mehr nachgewachsen. Deshalb seien Futterengpässe vorprogrammiert. Der Hessische Bauernverband habe deshalb eine Grundfutterbörse eingerichtet, um Anbieter und Nachfrager zusammenzuführen. Schneider zeigte sich erleichtert darüber, dass die politisch Verantwortlichen in Wiesbaden und Berlin auf sein Drängen hin eine Ausnahmeregelung erlassen hätten, dass der Aufwuchs von Bracheflächen seit dem vergangenen Dienstag zu Futterzwecken genutzt werden könne. Zudem zerstörten Hagelschäden Kulturen im Großraum Marburg und Osthessen auf einer Gesamtfläche von rund 8.500 ha in Hessen. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 7 Mio. €. (da)
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