MARS-Prognose

Hitzewelle trifft manche stärker


Der EU-Prognosedienst MARS setzt die Erwartungen für die Erträge von Gerste und Raps weiter herab. Hochgerechnet auf die gesamte EU könnte das ungewöhnlich heiße und trockene Wetter der vergangenen Wochen 1 Prozent Gersten- und Rapsertrag gekostet haben, schätzen die EU-Experten. In den kommenden Monaten Juli bis September bleibt es nach den heutigen langfristigen Prognosen mit großer Wahrscheinlichkeit eher überdurchschnittlich warm und trocken.

Hitzewelle trifft die Regionen unterschiedlich

Einzelne Länder und Regionen sind vom bisherigen Wettergeschehen besonders von betroffen. MARS nennt das Zentrum Spaniens, wo Weizen und Gerste noch auf dem Halm vertrocknet sind. In Frankreich haben ein sehr trockener Mai und eine Hitzewelle im Juni das Getreide in der Kornfüllungsphase behindert. Zu warm und zu trocken war es auch im Westen Deutschlands, in Belgien und in Südholland sowie in wichtigen Ackerbaugebieten Italiens, stellen die EU-Meteorologen fest. Regenmangel gibt es außerdem in Tschechien, in der Slowakei und in Ungarn. Es lässt sich aber noch nicht sagen, wo es dadurch zu größeren Ertragsausfällen gekommen ist.

Dürre im Zentrum Spaniens und Teilen der Ukraine

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Im aktuellen MARS-Bericht sind die von Wetterextremen betroffenen Regionen auf der Europakarte für den Zeitraum 1. Mai bis 30. Juni (Prognose) als Flächen mit lila Streifen (Hitzewelle) und roten Streifen (Regenmangel) zu erkennen. Danach sind der Westen Deutschlands und fast ganz Frankreich von der Hitzewelle im Juni betroffen gewesen. Eine regelrechte Dürre weisen die Meteorologen von MARS allerdings bislang nur in Spanien, im Zentrum der Ukraine sowie in Teilen Nordafrikas aus.

Getreideeschätzung in Deutschland im Mittel

In Deutschland geht MARS jetzt aber meist von recht ansehnlichen Erträgen im mehrjährigen Durchschnitt aus, nachdem im Mai und Anfang Juni Regen in guter Verteilung gefallen ist. Nur in den westlichen Bundesländern sowie in Thüringen ist es nach wie vor deutlich zu trocken. Bei Raps bleibt es jedoch bei unterdurchschnittlichen Erträgen. Mit 3,7 t/ha wären sie zwar 7 Prozent höher als im schwachen Vorjahr, aber 5 Prozent geringer als im Fünfjahresdurchschnitt.

Höhere Qualitäten in Frankreich

In Frankreich halten es die Brüsseler Fachleute für wahrscheinlich, dass die Hitze Ertrag gekostet hat. Sie rechnen für Weizen und Gerste mit Ergebnissen, die unter dem fünfjährigen Durchschnitt liegen. Die ersten Druschergebnisse bei Gerste zeigen allerdings sehr gute Qualitäten. Wenn das bei Weizen auch so ist, könnten die niedrigeren Erträge durch höhere Proteinwerte wettgemacht werden. (db)
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