Märkte am Morgen: Getreide

Höhere Prämien für Weizen

Weizen: Gegenreaktionen auf die schwachen Vortage, umfangreiche Exportverladungen in der EU und die freundlicheren Vorgaben aus Chicago brachten den Matif-Weizen wieder etwas nach oben. Der Mai legte 1,25 €/t auf 154,00 €/t zu. Die neue Ernte notiert ebenfalls fester.
 
In den deutschen Seehäfen laufen zurzeit umfangreiche Exportverladungen und stehen Aufträge an, für die noch Weizenpartien gesucht werden. Bei sehr verhaltener Abgabebereitschaft der Landwirtschaft wurden die Prämien am Hamburger Markt für Weizen Basis 12 Prozent Protein angehoben. Die Käufer waren bereit, 1,50 €/t mehr als die Matif-Mainotierung  anzulegen, die Abgeber forderten 2,50 €/t über dem Börsenkurs.  
 
In Chicago profitierten die Weizen-Futures noch von der Flächenschätzung des USDA. Danach wird sich die diesjährige US-Weizenfläche um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr  verkleinern. Nach einer wechselhaften Sitzung setzen sich freundlichere Tendenzen durch und die Kurse zogen leicht an. Der Mai schloss bei 4,76 US-$/bushel. Unterstützt wurde die freundlichere Tendenz in Chicago durch die anhaltende Trockenheit im südlichen US-Weizengürtel.
 
Der IGC rechnet für dieses Wirtschaftsjahr mit einer deutlich kleineren Weizenernte als im Vorjahr. Die Londoner Analysten erwarten eine globale Weizenernte von 713 Mio. t.  Dies wäre ein Minus von 2,9 Prozent oder 21 Mio. t weniger als 2015/16. Trotz der kleineren Ernte sollen sich die ansehnlichen globalen Weizenbestände aber nur um 3 Mio. t auf 211 Mio. t abbauen.  
 
Russland hat nach Auswertung von UkrAgroConsult in diesem Wirtschaftsjahr bis Ende März 30,8 Mio. t Getreide exportiert, davon 20,6 Mio. t Weizen. Die Zahlen liegen geringfügig unter dem Vorjahreswerten.
 
Mais: Trotz der bärischen US-Flächenschätzung für Mais zogen die Chicagoer Notierungen bis zu 2,4 Cent/bushel an. Der Mai notierte bei 3,54 US-$/bushel. Positive charttechnische Einflüsse dürften geholfen haben, denn die Preise haben sich nach dem Einbruch vom Vortag wieder schnell dem Stützungsniveau genähert. In der Delta-Region behindern neue Regenfälle die Maisaussaat. Markteinschätzungen gehen davon aus, dass durch die Verzögerungen in den Südstaaten die US-Maisfläche in diesem Jahr kleiner als die vom USDA prognostizierten 93,6 Mio. acre ausfallen wird.
 
Nach dem jüngsten Bericht des IGC lässt sich bei Mais auch im neuen Wirtschaftsjahr Angebotsdruck erwarten. Die Londoner Analysten prognostizieren eine globale Maisernte von 993 Mio. t, ein Plus von 21 Mio. t gegenüber dem Vorjahr. Die Endbestände sollen aufgrund eines höheren Verbrauchs aber nur um 2 Mio. t auf 218 Mio. t anwachsen.
 
An der Matif bewegte sich bei Mais wenig. Der Juni schloss unverändert wie am Vortag  knapp unter 152 €/t. Die Folgetermine zeigt ebenfalls kaum Bewegung. (St) 
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