Schweinemarkt

ISN-Kritik an privater Lagerhaltung

Ab dem 4. Januar 2016 können wieder Anträge für die Einlagerung von Schweinefleisch gestellt werden. Die EU-Kommission setzt damit eine Ankündigung vom September um. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) kritisiert die PLH als „Steuerverschwendung und Wertevernichtung“. Schon bei der letzten PLH-Runde Im vergangenen Frühjahr seien von der EU „17 Mio. € in den Sand gesetzt“ worden, erklärt die ISN. Zusätzlich sei dem Schweinesektor ein „erheblicher weiterer finanzieller Schaden zugefügt“ worden. Die staatlich subventionierte PLH für Schweinefleisch im Frühjahr habe letztendlich keinen positiven Effekt auf den Schweinemarkt gehabt, wie selbst EU-Kommissar Phil Hogan zugegeben habe, so die ISN. Die eingelagerten Mengen wurden zur Grillsaison wieder ausgelagert Davon habe vor allem der Lebensmitteleinzelhandel profitiert, der „die Preise scheinbar nach Belieben diktieren“ konnte.

Das zunehmend ungleiche Kräfteverhältnis zwischen Handel und Landwirten zeigt sich für die ISN auch beim Blick auf die nationalen Ladenpreise von Fleisch und Wurst. Mit Ausnahme von einigen Lockvogelangeboten, mit denen das Fleisch mit Preisnachlässen von 50 Prozent und mehr  „verramscht" wird, habe der LEH die gesunkenen Einkaufspreise kaum an die Kunden weitergegeben. Die Schere zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen sei in den vergangenen fünf Jahren um weitere 70 Cent je kg Schweinefleisch gestiegen. (SB)
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