Russische Verbraucher sind von der Krise ihrer Währung völlig verunsichert. Sie kaufen bis spät in die Nacht hinein langlebige Verbrauchsgüter. Versandhändler für Technik stoppen ihre Geschäfte.

Bei ihren Lebensmitteleinkäufen spüren die Russen die Krise nun doppelt. Denn Fleisch hat sich bereits seit dem Importstopp für Lebensmittel aus Europa verteuert. Nun verschlimmert der schwache Rubelkurs die Situation zusätzlich. Zu Beginn dieses Jahres mussten Verbraucher für Schweinefleisch weniger als 100 Rubel ausgeben. Inzwischen liegt der Preis weit über 200 Rubel.

Seit dem Importstopp für Fleisch aus Europa ist Brasilien zum wichtigsten Lieferanten von Schweine- und Rindfleisch nach Russland geworden. Aber bereits im November sind die Lieferungen von Rindfleisch währungsbedingt eingebrochen um rund 25 Prozent gegenüber dem vorigen Jahr.

Der Chef der russischen Lebensmittelaufsichtsbehörde, Sergej Dankvert, versucht gegenüber Brasilien offenbar über den Preis zu verhandeln. Russland sei ein wirklich wichtiger Markt, den sich Lieferanten nicht durch hohe Preise verprellen sollten, so seine Argumentation. (brs)
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