Bodenzustand

In Polen breitet sich Dürre aus

Das Nationale Institut für Bodenkunde und Pflanzenbau (IUNG) im polnischen Pulawy hat den Bodenzustand bis Ende Juni ausgewertet. Danach ist es in ganz Polen zu trocken. Besonders stark reduziert sind die Wasservorräte in den Böden der vier Wojewodschaften im westlichen Teil des zentralen polnischen Tieflands. Dort stellt das Institut auf jeweils 4 bis 7 Prozent der Ackerflächen eine regelrechte Dürre fest. Im wichtigen Getreideanbaugebiet Großpolen sind 5,5 Prozent der Felder als extrem trocken eingestuft. Noch schlimmer ist es in der angrenzenden Region um Lodz, und nur wenig besser in Masowien und Richtung Pommern.

Nach dem Urteil der IUNG-Experten sind von der Trockenheit besonders Sommerkulturen betroffen. Sie nennen in erster Linie Sommergetreide und Erbsen, aber auch Silomais, Zuckerrüben und Kartoffeln. Mindererträge kündigen sich jedoch auch bei Wintergetreide und Raps an. Die zu erwartenden Einbußen sind auf leichten Böden ausgeprägter.

Bislang sind für Polen sehr optimistische Ernteprognosen veröffentlicht worden. Der europäische Handelsverband Coceral etwa hat Ende Juni eine Getreideernte 2015 von 30,3 Mio. t geschätzt. Das wären nur 3 Prozent weniger als die Rekordernte des Vorjahres. In Deutschland dagegen wird jetzt schon eine Minderernte von 14 Prozent erwartet. Möglicherweise gehen auch demnächst die Ernteprognosen für Polen deutlich nach unten. (db)
stats