Märkte am Morgen: Ölsaaten

Indiens Sojaproduktion bricht ein

Sojakomplex: Die Bohne muss am Montag in Chicago leichte Verluste verkraften. Der November verliert 2 Cent auf 9,60 US-$/bushel. Auch Sojaschrot gibt nach. Der Oktober fällt um 2 US-$ auf 300,40 US-$/short ton. Heute Morgen steht die Bohne erneut im Minus, Schrot notiert beinahe unverändert.

Das USDA berichtete am Montag von einem privaten Exportverkauf von 352.000 t Sojabohnen mit unbekanntem Empfänger. Laut dem wöchentlichen Export-Bericht konnten die Sojabohnen-Exporte in der vergangenen Woche gegenüber der Vorwoche um 55,6 Prozent gesteigert werden. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeuten die Ausfuhren von 1,1 Mio. t ein Plus von 16,6 Prozent.

Vom Wasde, der heute Abend europäischer Zeit veröffentlicht wird, erwarten Analysten leicht fallende Sojabohnen-Endbestände auf 97,2 Mio. t. Im August hatte das USDA den Markt mit einer äußerst positiven Einschätzung der US-Ernte überrascht. Für heute werden nur konservative Anpassung nach unten erwartet. Eine deutliche Korrektur könnte allerdings im Oktober-Wasde folgen.

Indien rechnet für das Erntejahr 2017/18 mit einer deutlich kleineren Sojabohnenernte. Gegenüber dem Vorjahr könnte die Menge um 22 Prozent auf 9 Mio. t fallen. Als Gründe nennen indische Experten eine zu lange Trockenzeit in den wichtigsten Anbauregionen Madhya Pradesh und Maharashtra. Zudem hätten die Landwirte die Anbaufläche um 8,4 Prozent auf 10,5 Mio. ha eingeschränkt, weil sie im vergangenen Jahr mit den Erlösen unzufrieden waren. Erwartet wird nun, dass Indien mehr Pflanzenöl importieren muss und weniger Sojaschrot exportieren kann.

Raps: In Kanada sorgt nahezu perfektes Wetter für eine zügige Rapsernte. Die Erträge scheinen etwas besser auszufallen als erwartet. Der Erntedruck sorgt in Winnipeg für fallende Kurse. Der November hat am Montag noch einmal deutlich nachgegeben und steht nach einem Minus von 4 Can-$ bei 485,70 Can-$. Am Abend setzte sich die Talfahrt fort. Bis heute Morgen gab Canola um weitere 2 Can-$ nach.

Auch an der Matif scheint Raps noch keinen Boden gefunden zu haben. Am Montag fiel der November auf den Tiefsten Stand seit Ende Juni. Der Frontmonat schloss bei Verlusten von 2,50 € bei 361 €/t.

Etwas Unterstützung erhielt der Rapsmarkt in der Nacht durch Nachrichten aus Australien. Dort wird die Canola-Produktion nach einer Prognose des Australische Amtes für die Land- und Rohstoffwirtschaft (Abare) im Jahr 2017/18 um ein Drittel kleiner ausfallen als im Vorjahr. Mit 2,8 Mio. t würde etwa der Wert aus dem schwachen Jahr 2015/16 erreicht werden. Die im langjährigen Vergleich unterdurchschnittliche Ernte wird das Exportpotential Australiens deutlich einschränken.

Palmöl: Palmöl setzt in Kuala Lumpur seinen Höhenflug fort. Der September legte am Montag noch einmal um 32 MYR auf 2.803 MYR/t zu und stieg damit auf den höchsten Wert seit Ende Mai.

Rohöl: Das Fass Brent verteuerte sich gestern um 6 Cent auf 53,84 US-$. WTI legte im 59 Cent auf 48,07 US-$/barrel zu.

Euro/US-Dollar: Der Euro gab gestern nach und rutschte wieder deutlich unter 1,20 US-$. Heute Morgen notiert er bei 1,1962 US-$ leicht im Plus. (SB)
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