MARS-Prognose

Kälte trifft auf Trockenheit


Weizen steht gut da
Bislang sind die Aussichten für die Getreideerträge positiv. In der April-Schätzung nennt der EU-Prognosedienst MARS für Weichweizen fast 6,1 t/ha. Das wären 3,5 Prozent mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Für Deutschland schätzt MARS unverändert 7,9 t/ha. Die Rapsprognose bewegt sich mit 3,3 t/ha im EU-Mittel dagegen nur auf Durchschnittsniveau. Das Gleiche gilt für Deutschland mit einem Rapsertrag von etwa 3,9 t/ha. (db)
In den meisten Regionen Europas hat mildes Wetter bis Mitte April den im Herbst gesäten Getreidekulturen sowie dem Raps zu einem Entwicklungsvorsprung verholfen. Auch die Frühjahrsbestellung konnte zunächst unter günstigen Bedingungen starten, berichten die Agrarmeteorologen bei der EU-Kommission. Dringend benötigt wird allerdings in zahlreichen wichtigen Erzeugungsländern Regen. Außerdem hat der Kälteeinbruch ab Ostern einige Rapsbestände in der kritischen Blühphase getroffen. Deswegen versieht der EU-Prognosedienst MARS die Ertragserwartungen im am Montag veröffentlichten Bericht mit zahlreichen Fragezeichen (siehe Kasten).

Rot-blaue Streifen

Besonders groß ist das Niederschlagsdefizit im Norden Spaniens und im Nordosten Italiens. Außerdem zieht sich ein Trockenheitsband von Westdeutschland über den Nordosten Frankreichs und Belgien bis nach Südengland (in der Landkarte die rot schraffierten Regionen, siehe Textende). Speziell in Deutschland weist MARS auf den fehlenden Regen in der Mitte und im Westen hin. Hier hat sich bereits ein Niederschlagsdefizit von 40 bis 100 mm aufgebaut.

Hinzu kommen die tiefen Temperaturen ab Mitte April, die noch bis zum Monatsende anhalten sollen. Sie haben neben den Wein- und Obstbauern vor allem die Rapsanbauer alarmiert. Es gibt Befürchtungen, dass durch die Nachtfröste die Blüte Schaden genommen hat. Betroffen ist nach der Landkarte von MARS ein Gürtel vom Osten Frankreichs über West- und Süddeutschland sowie Österreich bis nach Ungarn und Rumänien (in der Landkarte die blau schraffierten Regionen).

Zuckerrüben doppelt betroffen

Bis Mitte April war außerdem die Zuckerrübenaussaat in den großen EU-Anbauländern weit fortgeschritten. Das trockene Wetter hat zwar die Feldarbeiten begünstig, hemmt jetzt aber das Auflaufen der Rübenpillen. Zum Teil war das von Vorteil, als die Kältewelle kam. Solange das Saatgut von Boden bedeckt war, haben die Nachtfröste weniger Schaden angerichtet. Für eine abschließende Beurteilung ist es jedoch noch zu früh. Die Experten von MARS können sich vorstellen, dass noch der eine oder andere Acker nachgesät wird. (db)
Blau heißt zu kalt und rot zu trocken. In Deutschland überschneiden sich die Problemzonen.
-- , Karte: EU-Kommission
Blau heißt zu kalt und rot zu trocken. In Deutschland überschneiden sich die Problemzonen.
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