Ernteschätzung

Kanada erwartet Rekorde im Export

Ausnahmejahr mit Folgen
Kanada hat vor einem Jahr eine riesige Getreide- und Ölsaatenernte eingebracht. Sie hatte die Logistik im Land vollkommen überfordert. Bis heute liegen hohe unvermarktete Bestände in den Silos. Zum Teil kompensieren sie den Rückgang der Erntemenge, der sich 2014 abzeichnet. Die am Dienstag vom Agrarministerium in Ottawa veröffentlichten Prognosen zum kanadischen Getreide- und Ölsaatenmarkt basieren auf den Flächenschätzungen von Statistics Canada, die Ende Juni veröffentlicht worden sind. (db)
Die Weizenernte 2014 schätzen die Marktexperten im kanadischen Agrarministerium auf 27,4 Mio. t und damit um 26 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Rückgang beruht auf einer eingeschränkten Anbaufläche und voraussichtlich niedrigeren Erträgen. Weil aber das kanadische Weizenangebot dank der hohen unvermarkteten Bestände aus der Vorjahresernte üppig bleibt, rechnet das Ministerium sogar mit einem geringfügigen Anstieg der Exporte. Sie könnten 2014/15 gegenüber der laufenden Saison um etwa 1 Prozent auf 22,5 Mio. t steigen.

Gerstenernte besonders klein

Ebenfalls deutlich kleiner fällt vermutlich die Gerstenernte mit 7,3 Mio. t aus. Sie wäre 28 Prozent geringer als im Vorjahr und nach den Aufzeichnungen des kanadischen Ministeriums das niedrigste Niveau seit 1982/83. Auch hier ergänzen hohe Übergangsbestände das Angebot. Für die Exporte in der neuen Saison erwartet das kanadische Ministerium deswegen unverändert 2,1 Mio. t.

Einen erheblichen Rückgang um 20 Prozent auf 11,3 Mio. t verzeichnet voraussichtlich auch die Maisernte. Hier ist der Exportanteil wegen eines hohen Inlandsverbrauchs jedoch unbedeutender. Das Ministerium rechnet 2014/15 mit Exporten von lediglich 1,0 Mio. t kanadischem Mais.

Umfangreiches Angebot an Raps und Soja

Schließlich dürfte die Canola-Rapsernte 2014 kräftig schrumpfen. Die Anbaufläche ist zwar weniger stark eingeschränkt worden als ursprünglich vermutet, aber das nass-kühle Wetter mit lokalen Überflutungen hat das Wachstum behindert. Das Ministerium schätzt jetzt eine kanadische Ernte von 14,5 Mio. t Canola-Raps, die das Vorjahresergebnis um 19 Prozent verfehlen würde. Die Versorgungslage ist jedoch ähnlich wie bei Weizen und Gerste: Dank hoher Vorräte aus der alten Ernte könnten die Canola-Exporte 2014/15 sogar im Vergleich zum Vorjahr leicht auf ein Rekordniveau von 8,8 Mio. t steigen. Als Grund für die angehobene Exportprognose nennt das Ministerium die gut gefüllten Silos, die zurzeit hohe Verschiffungen erlauben, bis die neue Ernte eingebracht ist.

Zunehmend wird Kanada auch ein globaler Anbieter für Sojabohnen. Zur Ernte 2014 könnte auf deutlich größerer Anbaufläche die Ernte im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent auf 6,1 Mio. t steigen. Dann wäre es auch möglich, dass die kanadischen Sojaexporte mit 4,3 Mio. t einen Rekordumfang einnehmen. (db)
stats