Die Anbaufläche für Canola-Raps erreicht zur Ernte 2017 in Kanada mit 9,2 Mio. ha ein noch nie gekanntes Ausmaß. Erstmals ist sie größer als die Weizenfläche, hat das kanadische Statistikamt Ende Juni festgestellt. Jetzt kündigen sich mindestens mittlere Erträge an. Das bedeutet, dass die Ernte mit 19,0 Mio. t noch einmal um 3 Prozent größer werden könnte als im Vorjahr. Nach Beobachtung von Chris Beckman aus der Marktabteilung im Agrarministerium in Ottawa sind sogar überdurchschnittliche Erträge möglich, weil in den wichtigen Anbaugebieten Westkanadas mittlerweile ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Dort war es im Juni noch zu trocken. Zu viel Regen haben dagegen im bisherigen Vegetationsverlauf die Landwirte im Osten Kanadas abbekommen.

Mehrere Risikofaktoren zu beachten

Die Ernteschätzung ist deswegen mit großer Vorsicht zu betrachten. Um die großen Abweichungen in Kanada zu verdeutlichen, hat Beckman ausgerechnet, welche Ergebnisse bei den Erträgen der vergangenen fünf Jahre zu erwarten wären. Er kommt auf eine Spanne von 14,5 bis 21,7 Mio. t. Als Unsicherheitsfaktoren 2017 nennt er die weitere Verteilung der Niederschläge und die Möglichkeit, Krankheits- und Insektenbefall rechtzeitig mit Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen.

Sehr enge Rapsbilanz

Kanada startet nach den aktuellen Rapsbilanzen des Ministeriums mit äußerst geringen Vorräten in die Vermarktungssaison 2017/18. Bis Juni 2017 sind die Exporte um 9 Prozent höher und die Inlandsverarbeitung der kanadischen Ölmühlen um 12 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum gewesen. Zurzeit stehen in der Bilanz 2016/17 nur Endbestände von 0,6 Mio. t – im Vergleich zu 2,0 Mio. t vor einem Jahr. Das Ministerium weist allerdings darauf hin, dass diese Zahlen im Dezember noch revidiert werden könnten. Möglicherweise sind die Bestände etwas unterschätzt, so Beckman. (db)
stats