Markttendenz
Hohe Bestände drücken die Stimmung auf dem ostdeutschen Weizenmarkt. Absatzchancen ergeben durch für den Export über Stettin.
Durchweg positive Bewertungen bekommen die Veranstalter der Karlsbörse in Prag für das gelungene Branchentreffen. Die Reise habe sich gelohnt, kommentieren Teilnehmer die Gespräche. Diese kreisten vor allem über die Lage auf den Getreidemärkten. Dabei ging es überwiegend um die Vermarktung der Weizenernte 2015. Die neue Ernte wurde am Rande besprochen. Auch in Tschechien liegt noch viel unverkaufter Weizen auf den Höfen oder beim Agrarhandel. In Ostdeutschland schätzten Händler gegenüber agrarzeitung. de die unverkauften Bestände der Weizenernte 2015 derzeit auf 25 bis 30 Prozent. Allein wenn nur 10 Prozent des Weizen überlagert werden müssen, seien das mehr als 2 Mio. t, rechnetet ein Agrarhändler vor. Das sei nicht wenig und würde von Beginn an auf die neue Ernte drücken.

Aufmerksam verfolgen Marktteilnehmer die Verkäufe von deutschem Weizen in den Grenzgebieten zu Polen. Am Hafen Stettin liegen die franko-Preise bei 150,00 bis 155,00 €/t. Seit circa vier Wochen finden die Lieferungen, wenn auch im überschaubaren Umfang statt. Aus Tschechien gelangt Weizen zur neuen Weizenstärkefabrik in Zeitz, die sich derzeit im Probebetrieb befindet. Hier sollen künftig im Jahr 300.000 t Weizen verarbeitet werden. Gleich daneben steht die Bioethanolanlage. Auch hierin gelangt Weizen beispielsweise auch aus Tschechien. Kurzfristig Bedarf dürften noch einige Verarbeiter bis zum Anschluss an die neue Ernte haben.  Insgesamt glaubt keiner der befragten Händler in Prag, dass die Preise für Getreide noch einmal vor der neuen Ernte steigen werden. Diese Erkenntnis ist zwar nichts Neues, aber Prag hat allen Beteiligten noch einmal das Gefühl gegeben, gemeinsam die Herausforderungen zu stellen.

Von Prag nach Paris. Zum Wochenschluss notiert der Weizenkurs für den Maitermin erneut schwächer und gibt 0,50 auf 153,00 €/t nach. Raps kann sich hingegen leicht um 1,00 auf 357,50 €/t verbessern. (da)
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