Märkte am Mittag

Kassamarkt im Februarloch


Wenig Bewegung zeigen die Weizenpreise an der Matif in Paris. Der Frontkontrakt März wird heute Mittag mit 195,50 €/t bewertet, das ist ein Minus von 0,25 €/t gegenüber Vortag. Der neuerntige November-Termin verliert ebenfalls 0,25 €/t und liegt bei 185,50 €/t. Die Rapskurse an der Matif treten auf der Stelle. Der Mai-Termin notiert unverändert zum Vortag bei 376,75 €/t. In Chicago liegen die Agrarrohstoff-Futures im grünen Bereich. Vor allem die Sojabohne legt deutlich zu.

Das Geschehen am Kassamarkt beschreiben Gesprächspartner aus dem Norden weiterhin als ruhig. „Wir befinden uns im Februarloch“, kommentiert ein Makler aus Hamburg die Lage. „Käufer wären zwar theoretisch da, doch Verkäufer muss man mit der Lupe suchen“, fügt ein anderer Marktteilnehmer im Gespräch mit agrarzeitung.de hinzu.

Die neue Ernte ist weiterhin nur sporadisch Thema. Hier wollen vor allem die Abgeber erst einmal den Winter abwarten, um die Qualitäten besser einschätzen zu können, bevor sie Verkaufsverträge schließen. Aus der Mühlenwirtschaft gibt es unterdessen kaum Engagements, da die Müller selber sowie ihre Mehlkunden auf der anderen Seite auf weiter nachgebende Kurse setzen.

B-Weizen, franko Hamburg, Basis Februar, wird heute mit 3,00 bis 4,00 €/t über der Matif-Notierung für März (Geld) und 5 €/t über dem Matif-März-Termin (Brief) bewertet. Die neue Ernte wird franko Hamburg, Basis September, bei 3 €/t über dem Matif-November-Termin (Geld) gesehen, während die Brief-Seite eine Prämie von 4,00 bis 5,00 €/t aufruft. Allerdings handelt es sich bei den Briefkursen um eher nominelle Werte, da die Abgeberseite aktuell sehr zurückhaltend ist.

Über die weitere Export-Dynamik am EU-Weizenmarkt gibt es unterdessen unterschiedliche Einschätzungen. Das US-Agrarministerium USDA beziffert die Ausfuhren aktuell mit 27 Mio. t für das laufende Wirtschaftsjahr, das französische Analystenhaus Tallage geht von gut 24 Mio. t aus. Während die bärisch gestimmteren Marktteilnehmer die USDA-Zahl für sehr hoch gegriffen halten, sehen die Bullen kein großes Abflachen im Exporttempo. (pio)
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