Mittagsmarkt

Kaum Chancen für Deutschland


Markttendenz
Für den Weizenmarkt sind derzeit kaum frische Impulse erkennbar. Am Kassamarkt schätzen Händler, dass die Mischfutterhersteller für November und Dezember noch Ware kaufen müssen.
An der Matif legen die Weizenkurse am Mittwochmittag den Rückwärtsgang ein. Der Fronttermin Dezember wird mit 161,50 €/t notiert und damit 0,50 €/t schwächer als am Vortag. Der folgende März-Kontrakt verliert 1 €/t und wird mit 166,25 €/t angegeben. Bei der Rapssaat in Paris bewegt sich der scheidende November-Termin mit 372 €/t seitwärts. Der folgende Februar-Kontrakt wird mit 376,50 €/t bewertet und liegt damit 1,50 €/t über dem Schlusskurs von Dienstag. Der Rapsmarkt spürt Rückenwind aus Chicago, wo die Sojabohnen grüne Zahlen schreiben.

Der jüngste Saudi-Arabien-Tender hat somit auch im weiteren Tagesverlauf noch keinen bullischen Effekt auf die Weizenkurse an der Matif gehabt. Der Golfstaat hat 484.000 t Weizen mit 12,5 Prozent Protein zugeschlagen, die im Dezember und Januar 2018 geliefert werden sollen. Zu den acht Handelshäusern, die ein erfolgreiches Angebot abgegeben haben, zählt auch die Baywa. Sie wird 60.000 t Weizen für 228 US-$/t cif liefern.

Äthiopien sucht 400.000 Tonnen

Doch obwohl Saudi-Arabien traditionell ein Abnehmer für deutschen Weizen ist, zeigen sich Marktteilnehmer wenig optimistisch, dass hiesige Ware den Tender erfüllen wird. Die Baywa könne schließlich über ihre Tochter Cefetra polnischen Weizen liefern, sagt ein Makler aus Hamburg zu agrarzeitung.de. Ein Großhändler rechnet damit, dass baltischer Weizen einen Großteil der Ware stellen wird. Die Exporteure im Norden würden zwar vereinzelt Preise und Verfügbarkeit von A-Weizen erfragen, ist weiter aus Maklerkreisen zu hören. Das sei aber eher als Sondieren, denn als echtes Kaufinteresse zu werten.

Nun richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf einen Äthiopien-Tender über 400.000 t Weizen. Die Frist für Offerten endet am 28. November. Theoretisch komme für dieses Geschäft auch deutscher Weizen in Frage, sagte ein Großhändler.

Das Geschehen am deutschen Kassamarkt beschrieben Teilnehmer am Mittwoch als überaus ruhig. B-Weizen franko Hamburg Basis November wird nominell mit even Matif bis plus 1,5 €/t über dem Matif-Dezember-Termin an der Geldstelle bewertet. Briefkurse liegen bei 2,5 bis 3 €/t über dem Matifkurs. In Südoldenburg stehen die Kurse für Weizen bei 170 bis 172 €/t im November/Dezember. (pio)
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