Märkte am Morgen: Getreide

Kleine Kursgewinne für Weizen


Weizen: Nach mehreren schwachen Tagen zeigten die Weizenfutures an der Matif wieder Lebenszeichen. Die Kurse zogen um 2 €/t an, der November schloss bei 179 €/t. Das kurze Intermezzo dürfte wenig Aussagekraft haben, denn im Hinblick auf die einsetzende Weizenernte in den frühen Gebieten dürften die Kurse weiter unter Druck bleiben. Die Commerzbank erwartet erst für das letzte Quartal dieses Jahres eine Stabilisierung der Matif-Notierungen bei 180 €/t.
 
In Chicago konnten sich die Weizenkurse gut behaupten. Nach Ansicht der Commerzbank haben die US-Weizennotierungen aufgrund möglicher Qualitätsprobleme und der zum Saisonstart gefallen US-Weizenbestände noch mehr Erholungs-Potenzial, als die europäischen Futures. Die Kurse könnten nach im vierten Quartal dieses Jahres auf 600Cent pro Bushel steigen, so die Analysten der Bank. Dies wären rund 22 US-$/t mehr als die derzeitigen Notierungen.
 
Das russische Agrarministerium hat seine Schätzung für die diesjährige Getreideernte um 3 Mio. t auf 100 Mio. t angehoben. 12 Prozent der russischen Getreideernte sollen bereits in den Silos liegen, die durchschnittlichen Erträge liegen bisher bei 3,55 t/ha. Die Analysten von SovEcon sehen dies allerdings skeptischer und erwarten eine russische Getreideernte von 92 bis 93 Mio. t.
 
Algerien hat einer Online-Meldung zufolge gestern einen Weizenkauf über 810.000 t abgeschlossen. Der Löwenanteil dürfte nach Frankreich gehen, die Kurse sollen sich umgerechnet um die 199 €/t cif Nordafrika bewegt haben.
 
Mais: Zum zweiten Mal dieser Woche zeigte der Chicagoer Mais nach überschaubaren Kursgewinnen positive Vorzeichen. Die Stimmung scheint sich kurzfristig etwas aufgebessert zu haben. Auslöser könnte eine gestiegene wöchentliche US-Ethanol Produktion gewesen sein. Nach den US-Wettermodellen soll das Wetter in den kommenden Wochen nicht mehr so optimal für Mais bleiben. Die Commerzbank rechnet beim US-Mais mit keinem wesentlichen Erholungs-Potenzial, erwartet im vierten Quartal dieses Jahres etwas stabilere Notierungen von 4 $ US-$/Bushel.
 
An der Matif zogen die Maisnotierungen ebenfalls an. Der November legte sogar 1,75 €/t zu. Festere Weizenfutures, aber vor allem die neu festgelegten Importzölle für Drittlandsmais dürfen positiv sich auf den europäischen Terminmarkt Paris niedergeschlagen haben. (St)
 
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