Märkte am Morgen: Getreide

Kleine Nachfrage drückt Kurse

Weizen: Die Weizenkurse an der Matif bewegten sich wieder in ihrem alten Trott nach unten. Der Dezember fiel um 2,25 €/t auf 168,25 €/t. Die Notierungen nähern sich wieder den Kontrakttiefs.
 
Die Nachfrage am westeuropäischen Weizenmarkt ist schwach. Für deutschen Weizen fehlten Exportaufträge. Agenturen berichten lediglich von einem kleinen aktuellen Exportgeschäft von 35.000 t nach Westafrika. Mahlweizen aus dem norddeutschen Raum sucht inzwischen überregionale Absatzmöglichkeiten. Am Hamburger Markt blieben die Kassaprämien unverändert.
 
In Chicago war die kurze Herrlichkeit für Weizen ebenfalls vorbei. Die Kurse gaben erneut nach und haben damit die Gewinne vom Wochenanfang größtenteils neutralisiert. Vor allem die sehr guten Ausaat-Bedingungen für den US-Winterweizen und die Aussicht auf höhere Weizenbestände drückten. Nach Ansicht von Analysten könnten die US-Weizenbestände zum Ende der Kampagne auf 24,5 Mio. t anwachsen. Das USDA geht in seinem September-Report von 700.000 t weniger aus.
 
Heute richtet sich das Augenmerk des Marktes auf die US-Notenbank FED. Sollte sie wie erwartet erstmals seit neun Jahren die Leitzinsen anheben, könnte dies über einen festeren Dollar zu Druck an den Agrarmärkten führen.
 
Der Iran hat Weizenbestände von 10 Mio. t aufgebaut. Aufgrund der guten Versorgungslage ist er offiziellen Aussagen zufolge in diesem Jahr nicht auf Weizenkäufe aus Übersee angewiesen.
 
Mais: Gute Maiserträge im westlichen Teil des US-Maisgürtels und technische Korrekturen drückten auf die Chicagoer Mais-Futures. Der Dezember verlor 5,4 Cent/bushel und schloss bei 3,86 US-$/bushel.
 
Für etwas Verwirrung sorgten die Zahlen der US-Farm Service Agency (FSA), nach der 2,35 Mio. acres Mais in den USA nicht wie geplant ausgesät wurden. Die Schätzung des Vormonats wurde um knapp 51.000 acres erhöht. Allerdings hat das USDA in seinen jüngsten Report die voraussichtliche US-Erntefläche mit 81,1 Mio. acres gegenüber der geplanten Fläche von 88,0 Mio. acres bereits kräftig gestutzt.
 
In Paris standen die Maisnotierungen erneut unter Druck. Der November verlor 2,50 €/t und fiel unter 165 €/t. (St) 
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