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Kleines Feuerwerk für Chicago-Weizen


Aktuell sind nur 47 Prozent der US-Winterweizenbestände in guter bis sehr guter Verfassung. Das teilt das US-Agrarministerium USDA in seiner ersten Bewertung der Pflanzen im laufenden Wirtschaftsjahr 2015/16 mit. Zur selben Zeit im Vorjahr traf dies noch auf 59 Prozent der Bestände zu. Auch Marktbeobachter hatten im Vorfeld der Veröffentlichung des USDA-Berichts mit mehr gerechnet und erwartet, dass etwa 55 Prozent der Winterweizenbestände die Noten gut bis sehr gut bekommen würden.

Die Börse in Chicago reagierte zwar am Montagabend mit deutlichen Zugewinnen, doch am Dienstag haben die Kurse schon wieder den Rückwärtsgang eingelegt und geben nach. Auch die Mahlweizen-Futures an der Matif in Paris profitierten nur kurzfristig von den positiven Vorgaben aus Chicago und sind aktuell wieder schwächer gestimmt.

Die Weizenexporte der USA setzen sich zwar vorwiegend aus Winterweizen zusammen. Doch da US-Ware vor allem in Asien und Südamerika gefragt ist, steht sie nicht in unmittelbarer Konkurrenz zu EU-Weizen. Zudem haben die USA anders als im Maisexport am globalen Weizenmarkt keine Führungsrolle inne. Schon deshalb sind die Auswirkungen von US-Wettermärkten für die Preisgestaltung bei EU-Weizen begrenzt. Hinzu kommt, dass es jetzt sehr früh in der Saison ist: In den USA läuft die Aussaat von Winterweizen noch, geerntet wird im Sommer 2016. Rückschlüsse von aktueller Trockenheit auf Ertragsrückgänge sind daher kaum möglich. (pio)
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